Bäuerliche Themen im Mittelpunkt

Agrarreferenten-Konferenz in St. Gerold beschäftigte sich mit aktuellen Herausforderungen

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    Besprochen wurde unter anderem der gemeinsame EU-Finanzrahmen für die Jahre 2028 bis 2034. 

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    Die zuständigen Regierungsmitglieder der Bundesländer trafen sich zur Agrarkonferenz in St. Gerold.

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Fotos: VLK/Hofmeister

Die zuständigen Regierungsmitglieder der Bundesländer berieten gemeinsam mit Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig in St. Gerold über die aktuellen Herausforderungen für die Landwirtschaft. 

Im Mittelpunkt der Konferenz standen die Folgen der anhaltenden Trockenheit und die künftige Ausgestaltung und Finanzierung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2028. Besonderes Augenmerk galt dabei den unterschiedlichen regionalen Bedingungen in den Bundesländern. 
„Knapp 90 Prozent der heimischen Kuhmilch stammen aus dem Berggebiet. Damit leistet die Grünland- und Heuwirtschaft einen unverzichtbaren Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt und unserer natürlichen Lebensgrundlagen“, betonte Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig. Doch die heurige Dürre mit Schäden von über einer Milliarde Euro und Ertragseinbußen von bis zu 50 Prozent im Grünland hätte aufgezeigt, wie massiv der Klimawandel die bäuerlichen Familienbetriebe unter Druck setzt. Deshalb werde er sich bei den Verhandlungen zur künftigen EU-Agrarpolitik für eine starke, ausreichend finanzierte GAP einsetzen, die Krisen wirksam abfedert, die Berglandwirtschaft gezielt unterstützt und bewährte Programme wie das ÖPUL und die Bergbauernförderung langfristig absichert.

GAP-Mittel absichern
Ein wesentlicher Schwerpunkt waren die laufenden Verhandlungen zum „Mehrjährigen EU-Finanzrahmen“ 2028 bis 2034 und zur Ausgestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Dabei geht es um die verlässliche Finanzierung der Leistungsabgeltungen für land- und forstwirtschaftliche Betriebe sowie den ländlichen Raum. Von zentraler Bedeutung sind die Einkommensstützung, die Bewirtschaftung benachteiligter Gebiete, die Abgeltung von Umweltleistungen und betriebliche Investitionen für die Zukunft. „Die Ausgleichszulage für Bergbauernbetriebe und benachteiligte Gebiete sowie das Agrarumweltprogramm ÖPUL sind für das Bundesland Vorarlberg unverzichtbar, um die flächendeckende Bewirtschaftung und die gesellschaftlichen Mehrwerte langfristig zu sichern“, betonte Landesrat Christian Gantner.

Verschiedene Maßnahmen
Parallel zu den europäischen Verhandlungen wird die nationale Ausgestaltung der Leistungsabgeltungen vorbereitet. Ab Oktober werden die ersten Entwürfe unter umfassender Einbindung der Bundesländer und der beteiligten Organisationen weiterentwickelt. Im Agrarumweltprogramm stehen unter anderem Maßnahmen für Ackerbau, Grünland, Alp- und Weidewirtschaft, biologische Landwirtschaft, Tierwohl, Gewässerschutz und Naturschutz zur Diskussion. Ziel ist es, die Maßnahmen zu vereinfachen und so auszugestalten, dass sie den unterschiedlichen regionalen Produktionsbedingungen gerecht werden – vom Ackerbau bis zur Alpwirtschaft.

Dürrefolgen abfedern
Gegenstand der Beratungen war auch das österreichweite Dürre-Hilfspaket im Umfang von 240 Millionen Euro, das kurzfristige Entlastung mit einer Stärkung der betrieblichen Vorsorge verbindet. Das Paket umfasst 140 Millionen Euro zur Entlastung bei den bäuerlichen Sozialversicherungsbeiträgen, jeweils 25 Millionen Euro für Zinsenzuschüsse zu Betriebsmittelkrediten und für Stundungen bei Agrarinvestitions- und Konsolidierungskrediten sowie 50 Millionen Euro für eine höhere Bezuschussung von Dürreversicherungen. Die Prämienförderung in der Dürreversicherung wird 2027 einmalig von 55 auf 65 Prozent erhöht. Die Finanzierung erfolgt gemeinsam durch Bund und Länder; die Entlastung bei den Sozialversicherungsbeiträgen übernimmt der Bund.
Besprochen wurden auch die aufgrund der Trockenheit ermöglichten Erleichterungen im Agrarumweltprogramm ÖPUL, etwa die vorzeitige Nutzung bestimmter Flächen und angepasste Begrünungsfristen. Für die nächste Förderperiode sollen Vereinfachungen und mehr Flexibilität geprüft werden, um auf außergewöhnliche Wetterereignisse noch besser reagieren zu können. Langfristig gewinnen Investitionen in die Anpassung an ein sich veränderndes Klima und die betriebliche Risikovorsorge weiter an Bedeutung. (pd/red)