„Das demokratische Denken entgleitet uns“
Gerhard Fraisl aus Satteins lädt zum Vortrag
Foto: Privat
Gerhard Fraisl aus Satteins sieht Gesellschaft und Politik an einem kritischen Punkt. Mit einer Veranstaltung zum Thema Demokratie möchte er Menschen miteinander ins Gespräch bringen und zum Nachdenken und Diskutieren anregen.
RZ:
Herr Fraisl, wie sehen Sie den aktuellen Zustand der Demokratie?
Gerhard Fraisl: Ich sehe große Defizite, sowohl politischer als auch gesellschaftlicher Natur. Wir schenken einander zu wenig Beachtung, hören einander nicht mehr zu und bieten auch keine Hilfestellung, wenn es nötig ist. Das demokratische Denken entgleitet uns. Die Politik ist dabei alles andere als ein Vorbild. Mit welcher Sprache und in welchem Ton unsere Politiker sprechen, so geht man nicht miteinander um. Diese Kultur des fehlenden Miteinanders macht mir große Sorgen.
RZ: Hat die Politik ein Glaubwürdigkeitsproblem?
Gerhard Fraisl: Seit der Pandemie sind die Bürger unzufrieden. Das hält bis heute an, denn damals wie heute ist die Politik nicht ehrlich zu den Bürgern. Oft sind die Aussagen auch so kompliziert, dass vieles nicht verstanden wird. Und wer nichts versteht und sich selbst unverstanden fühlt, zieht sich zurück. Unsere Mandatare sind nicht dazu gewählt, dass sie so mit den Bürgern umgehen, wie es derzeit der Fall ist.
RZ:
Sehen Sie eine rückläufige Beteiligung der Bürger?
Gerhard Fraisl: Natürlich. Es gibt nicht nur weniger Beteiligung, sondern jene, die früher der politischen Mitte angehört haben, sind heute aufgrund ihrer Enttäuschung nach rechts gerückt. Im Sinne meiner Enkel und der nächsten Generationen, möchte ich diesem Trend entgegentreten und mich engagieren.
RZ:
Sie laden zu einem Vortrag. Was erwartet die Besucher?
Gerhard Fraisl: Ich habe 17 Frauen und Männer jeglichen Alters zum Thema Demokratie interviewt und deren Ansichten in einem Referat zusammengefasst. Anschließend soll es eine Diskussion geben. Ich wünsche mir, dass die Leute wieder mehr miteinander ins Gespräch kommen. Mit einem Vortrag und einer Diskussion ist es aber nicht getan. Ich möchte aber noch nicht alles verraten und freue mich auf viele Besucher, denen die Demokratie am Herzen liegt. (sb)
Vortrag:
Termin: 23. Oktober, 19 Uhr
Ort:
Pfarrheim Satteins, Kirchstraße 8





