Gutshof Martinsruh vor dem Aus
Gebäude sanierungsbedürftig, Hochwasserschutz erschwert langfristige Nutzung
Foto: Stadt Dornbirn
Der städtische Gutshof Martinsruh in Dornbirn wird künftig nicht mehr als landwirtschaftlicher Gesamtbetrieb geführt. Dies beschloss der Dornbirner Stadtrat.
In den vergangenen Jahren hatte die Stadt mehrfach versucht, eine langfristige Lösung für den Gutshof zu finden. Mehrere Ausschreibungen sowie ein öffentlicher Ideenwettbewerb brachten jedoch kein tragfähiges Konzept hervor. Ein zuletzt eingeholtes Gutachten bestätigte, dass ein Weiterbetrieb in der bisherigen Form weder wirtschaftlich noch strukturell sinnvoll ist. Die Gebäude des Hofes sind seit Jahren in desolatem Zustand und stark sanierungsbedürftig und entsprechen nicht mehr den Anforderungen moderner Landwirtschaft. Für eine weitere zeitgemäße Nutzung als landwirtschaftlicher Betrieb wären umfangreiche Investitionen nötig, die laut Gutachten in keinem angemessenen Verhältnis zu den möglichen Erträgen stehen würden.
Auch der Hochwasserschutz spielt eine zentrale Rolle. Der Gutshof liegt in einer ausgewiesenen Hochwasserzone, zudem sind in den kommenden Jahren Maßnahmen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes geplant, für die Teile der derzeit bewirtschafteten Flächen benötigt werden. Zusätzlich führt ein stark frequentierter Landesradweg direkt durch das Hofareal.
Der jüngste Stadtratbeschluss sieht nun vor, dass die landwirtschaftlichen Flächen im Eigentum der Stadt bleiben und ein Verkauf nicht vorgesehen ist. Flächen, die nicht für Hochwasserschutzmaßnahmen benötigt werden, sollen weiterhin landwirtschaftlich genutzt und künftig einzeln oder in geeigneten Paketen neu verpachtet werden. Die Vergabe soll nach klar definierten Kriterien erfolgen, um einerseits die regionale Landwirtschaft zu stärken und andererseits Spielraum für Maßnahmen im Hochwasserschutz zu erhalten. (pd)





