Im Zeichen von Ingeborg Bachmann
Uta Degner referierte zum 100. Geburtstag der Schriftstellerin
Foto: Villa Falkenhorst
Der vom Verein Villa Falkenhorst und der VHS Bludenz durchgeführte Salonvortrag widmete sich der österreichischen Autorin Ingeborg Bachmann, deren 100. Geburtstag im Juni gefeiert wird.
Mit der Universitätsprofessorin Uta Degner konnte eine profunde Bachmann-Kennerin gewonnen werden. Die an der Universität Innsbruck tätige Germanistin präsentierte den etwa 30 literaturinteressierten Besuchern im Salon der Villa Falkenhorst das facettenreiche Leben und Werk der Kultautorin, deren Texte noch heute eine Vielzahl von Zugängen ermöglichen. Literatur stellte für Bachmann einen Beitrag zum Geschichtsdiskurs dar. Gerade das Bild der Bachmann als „wichtige Denkerin“ sei gegenüber anderen oft vernachlässigt worden. Manchen galt sie als Primadonna, quasi als „Callas der Literatur“, für manche die „Schmerzensfrau“, die von Max Frisch zerstört worden sei.
So unterschiedlich also der Blick auf die Person Bachmann ist, so unterschiedlich sei auch der Zugang zu ihren Werken. Ihr Schaffen sei nie stringent gewesen, sie habe immer den Anspruch gehabt, sich neu zu erfinden. So ist in den späten 1960ern auch ihre Abkehr von der Lyrik hin zur Epik zu verstehen. Ihre oft verschlüsselten Texte können noch heute vieldeutig gelesen werden. Ihr Ziel sei es immer gewesen, sagt Degner, die Leser nicht zu belehren, sondern sie zu kritischer Auseinandersetzung anzuregen. (pd)






