Neuer Hörstein in Nüziders ergänzt Hör-Radweg „Über die Grenze“

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Foto: Lerch

Mit einem neuen Hörstein in Nüziders wurde die Erweiterung des Hör-Radwegs „Über die Grenze“ erfolgreich abgeschlossen. Die Station am Radweg erzählt die bewegende Fluchtgeschichte dreier Brüder, die im Oktober 1943 von Nüziders aus den Weg in die Schweiz suchten.

Erwin, Kurt und Fritz Müller, allesamt Wehrmachtsdeserteure, brachen am späten Abend des 10. Oktobers Richtung Rellstal auf. Ihr Ziel war das Schweizer Tor oberhalb des Lünersees – ein gefährlicher Fluchtweg über die Berge. Nach mehreren Tagen erreichten sie ihr Ziel, legten ihre Uniformen ab und stellten sich einer Schweizer Patrouille. Sie wurden als Deserteure anerkannt und in Internierungslager gebracht.

Die Geschichte der Brüder wurde durch Forschungsarbeiten von Nikolaus Hagen (Ass.-Prof. Dr. an der Universität Innsbruck) aufgearbeitet und findet nun auch im Rahmen des Projekts „Über die Grenze“ ihren Platz. Das Jüdische Museum Hohenems hat diese historische Episode ebenfalls in die Erzählungen des Projekts aufgenommen.

Der Hör-Radweg „Über die Grenze“ erinnert entlang der Vorarlberger Radroute Nr. 1 mit insgesamt 65 Hörstationen an die Schicksale von Menschen, die zwischen 1938 und 1945 versuchten, über Vorarlberg in die Schweiz zu fliehen – darunter verfolgte Jüdinnen und Juden, politische Gegner:innen, Deserteure und Zwangsarbeiter:innen. Die Stationen sind per QR-Code abrufbar und machen historische Ereignisse vor Ort erfahrbar.
Die symbolischen Grenzsteine stehen in Vorarlberg, Deutschland, Liechtenstein und der Schweiz und erzählen von Mut, Verfolgung und dem Streben nach Freiheit. Der neue Hörstein in Nüziders bildet nun den Abschluss der jüngsten Erweiterung dieses grenzüberschreitenden Erinnerungsprojekts.

Weitere Informationen finden sich unter: www.ueber-die-grenze.at (pd)