Der geheimnisvolle Zinnanhänger

Original kehrt ins Museum Frühmesshaus zurück

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    Der Zinnanhänger ist im Museum Frühmesshaus in Bartholomäberg zu sehen.

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Foto: Montafoner Museen/Ch. Walser

Ein außergewöhnliches Zeugnis der mittelalterlichen Bergbaugeschichte ist zurück an seinem Ursprungsort: Der geheimnisvolle Zinnanhänger vom Kristberg wird ab sofort dauerhaft im Museum Frühmesshaus in Bartholomäberg präsentiert. 


In einer eigens eingerichteten Klimavitrine kann das rund 700 Jahre alte Original künftig unter optimalen konservatorischen Bedingungen besichtigt werden. Der nur etwa vier Zentimeter große Anhänger wurde bei archäologischen Ausgrabungen 2006 der Goethe-Universität Frankfurt auf dem Kristberg entdeckt und zählt zu den bedeutendsten Einzelfunden aus der Blütezeit des mittelalterlichen Silberbergbaus um 1300. Seine Form erinnert an eine kleine Tasche, sein Inneres birgt einen Hohlraum, der möglicherweise eine Reliquie oder eine andere wertvolle Substanz enthielt. Vergleichbare Funde sind europaweit äußerst selten. 


Bis heute ist nicht eindeutig geklärt, ob der Anhänger als Pilgerzeichen, Glücksbringer oder als Zeichen der Zugehörigkeit zum Bergbau diente. Gerade dieses wissenschaftliche Rätsel macht ihn zu einem der faszinierendsten Objekte der Montafoner Archäologie.


Herausragendes Stück

Der Fund stammt aus der historischen Bergbaulandschaft auf dem Kristberg im Silbertal, die zusammen mit der Knappa-
gruaba am Bartholomäberg ein bemerkenswertes mittelalterliches Bergbaurevier im Alpenraum darstellt. Gemeinsam mit zahlreichen weiteren archäologischen Funden vermittelt der Anhänger eindrucksvolle Einblicke in die frühe Besiedlungsgeschichte des Montafons sowie in das Leben und Arbeiten der Berg-
leute vor rund 700 Jahren.


Mit der Rückkehr des Zinnanhängers gewinnt das Museum Frühmesshaus eines seiner herausragenden Ausstellungsstücke zurück. (pd)