Harder Schulden bleiben Zankapfel
Bürgermeister Martin Staudinger lobt Budgetzahlen, politische Gegner sehen dies anders
Fotos: Mediapocket/Serra
In einer Aussendung berichtet der Harder Bürgermeister Martin Staudinger , dass die Gemeinde budgetär besser dastehen würde, als viele andere Kommunen. Vizebürgermeister René Bickel will das so nicht stehen lassen.
Von Schulden in der Höhe von 33,9 Millionen Euro spricht der Harder Gemeindechef, sein Vize hingegen spricht gemeinsam mit Gemeinderat Herbert Motter von einem Minus von 50,67 Millionen. Zwei Summen, die weit auseinanderklaffen und aus zwei unterschiedlichen Sichtweisen betrachtet werden. „In Hard ist der langfristige Finanzschuldenstand im Jahr 2025 planmäßig von 31,5 auf 33,9 Millionen Euro angestiegen. Das sind rund 2.460 Euro je Einwohner. Gleichzeitig hat Hard im letzten Jahr 2,13 Millionen Euro an Schulden getilgt. Der Rechnungsabschluss 2025 ist außerdem um mehr als eine Million Euro besser ausgefallen, als budgetiert“, sieht Bürgermeister Staudinger (mitanand für Hard) die Entwicklung positiv. Zudem kann die Marktgemeinde Hard auf ein stolzes Vermögen von 160,75 Millionen Euro blicken, die Aktiva sind damit fast fünfmal so hoch wie der derzeitige Schuldenstand, heißt es in der Presseaussendung weiter.
Nur die halbe Wahrheit
Für Vizebürgermeister René Bickel und Gemeinderat Herbert Motter (beide Zukunft Hard) ist dies jedoch nur die halbe Wahrheit. „Staudinger verzichtet bewusst darauf, die Verschuldung der ausgelagerten Unternehmen zu erwähnen, die für Hard damit einen Schuldenstand von 50,67 Millionen Euro ergeben“, erklären beide unisono. Es komme einer „Kindesweglegung“ gleich, wenn Staudinger „nicht einmal mehr die ausgelagerten Betriebe der Marktgemeinde Hard in die Finanzberechnungen miteinbezieht“. Unterm Strich zeichne der Bürgermeister bewusst ein verfälschtes Bild über die finanzielle Situation der Gemeinde, kritisieren seine politischen Gegner. Was die Finanzen betrifft, herrscht also alles andere als Einigkeit in der rund 14.000 Einwohner zählenden Bodensee-Gemeinde. Wobei die Gruppierung um Bickel und Motter dem laufenden Budget-Voranschlag für 2026 zugestimmt hat.
Kosten weiter dämpfen
Grund zur Zufriedenheit sieht auch der Bürgermeister nicht: „Dass wir im Vergleich besser dastehen, heißt nicht, dass es uns gut geht. Auf einem relativ besseren Ergebnis dürfen wir uns nicht ausruhen.“ Er fordert eine faire Aufgaben- und Finanzierungsreform zwischen Bund, Land und Gemeinden. Auch den Personalabbau von Unternehmen sieht Staudinger sorgenvoll. „Für den Haushaltsvoranschlag 2027 bedeutet das: Hard muss die laufenden Kosten weiter dämpfen und strukturelle Ausgaben kritisch überprüfen.“ (red/mh)





