Revierleiter im Dauereinsatz
Borkenkäfer vernichtet Schutzwald im Montafon
Fotos: Stand Montafon Forstfonds
Die Folgen der Hitze und Trockenheit sind auch in den Wäldern des Montafons sichtbar. Der Borkenkäfer breitet sich aus, mancherorts spitzt sich die Lage zu.
Ein trockener Winter, ein niederschlagsarmes Frühjahr und die Rekordtemperaturen seit Juni haben nicht nur den alten Fichten im Montafoner Schutzwald zugesetzt, sondern auch ideale Bedingungen für den Borkenkäfer geschaffen. „Aktuell sind die Revierleiter im Dauereinsatz“, sagt Andreas Drexel, Betriebsleiter des Forstfonds des Standes Montafon. Mögliche Gefahrenbereiche müssen rasch gefunden und aufgearbeitet werden. „Das wird uns wohl, abhängig vom Wetter, bis Mitte September stark fordern.“ Der unliebsame Käfer vermehrt sich rasant. Hat er sich erst einmal in einem Baum eingenistet, ist eine Fällung unausweichlich. Andreas Drexel beziffert den aktuellen Schaden mit rund 400 bis 600 Bäumen, die der sogenannten Zwangsnutzung zugeführt werden mussten. Schwerpunkt der Maßnahmen sei aktuell St. Gallenkirch. Diese Wälder seien in der Vergangenheit stark von Schadereignissen betroffen gewesen und deshalb besonders anfällig für den Borkenkäfer.
Schutzwald sichern
Der Schutzwald übernimmt im Montafon eine zentrale Funktion. Er schützt Siedlungen, Verkehrswege und Infrastruktur vor Naturgefahren wie Lawinen, Steinschlag oder Muren. Mancherorts sieht Andreas Drexel die Funktion des Schutzwaldes bereits beeinträchtigt. Umso wichtiger ist die rasche Aufforstung mit unterschiedlichen Baumarten. Neben der Fichte, die sich natürlich verjüngt und laut Drexel auch in den kommenden 200 Jahren der Hauptbaum im Montafon bleiben wird, sollen Tannen, Lärchen, Bergahorn und Vogelbeere für mehr Stabilität sorgen. Andreas Drexel: „Grüne Wälder sind keine Selbstläufer, sie sind mit viel Arbeit verbunden.“ (sb)







