Stadt Feldkirch legt Beschwerde ein
Anrainer und Stadträte sind gegen Deponie – Bürgermeister sucht Alternativen
Fotos: BH Feldkirch /Fotolia
Die Stadt reicht kurz vor Ablauf der Frist am morgigen Freitag Beschwerde gegen den Bescheid der BH Feldkirch zur Bodenhaushubdeponie im Tisner/Tostner Ried ein.
Feldkirchs Bürgermeister Manfred Rädler ist derzeit unter Zugzwang. Schließlich hat er vor der Wahl zum Bürgermeister im Jahr 2025 versprochen, alles dafür zu tun, damit die geplante Bodenaushubdeponie im Ried zwischen Tisis und Tosters nicht realisiert wird. Lange Zeit schienen die Pläne auch ad acta gelegt, doch in diesem Frühjahr dann der Schock. In adaptierter Form hat das Bregenzerwälder Bauunternehmen Hager um eine Genehmigung bei der Bezirkshauptmannschaft Feldkirch angesucht und nach Prüfung einen positiven Bescheid erhalten.
Geplant ist auf einer Fläche von 27.400 Quadratmetern eine Aufschüttung von maximal 1,5 Metern Höhe. Geliefert werden soll Erdaushub aus der Umgebung, die Zahl der LKW-Fahrten wurde auf maximal 23 Zu- und Abfahrten pro Tag beschränkt. Die Errichtung und der Betrieb erfolgt in acht getrennten Abschnitten, die Gesamtlaufzeit beträgt rund zehn Jahre.
Erneut Widerstand
Gegen die geplante Deponie regt sich einmal mehr Widerstand. Kritiker haben erneut eine Online-Petition mit dem Titel „Hände weg vom Egelsee! Stopp der Aushubdeponie Tisis/Tosers!“ gestartet und in kurzer Zeit wurden mehr als 1.300 Unterschriften gesammelt. Die Initiatoren warnen vor Umwelt- und Verkehrsbelastungen.
Kritik an diesem Standort äußern aber nicht nur die Petitionäre, sondern auch Bürgermeister Manfred Rädler. Er sicherte bereits im Jahr 2025 zu, alle rechtlichen Spielräume gegen die Deponie im Ried auszuschöpfen. Vergangene Woche wollte er vor Ort Stellung beziehen, die Informationsveranstaltung wurde allerdings kurzerhand abgesagt. Demnach sollen gemeinsam mit dem Grundstücksbesitzer und dem Bauunternehmen alternative Standorte geprüft werden. „Ein erstes Gespräch hat stattgefunden“, bestätigt Andrea Bachmann, Leiterin der Kommunikation der Stadt Feldkirch. Die diskutierten Alternativen würden nun von der Stadt weiter geprüft.
Einstimmiger Beschluss
Mehr Zeit verschaffen Bürgermeister Rädler nun die Feldkircher Stadträte. Sie haben am Dienstag einstimmig beschlossen gegen den Bescheid der Bezirkshauptmannschaft Beschwerde einzureichen. Die vierwöchige Beschwerdefrist läuft morgen, Freitag ab. Nach dem Beschluss des Stadtrats wird der Bescheid nun in vollem Umfang beim Landesverwaltungsgericht Vorarlberg angefochten. Ein wesentlicher Grund liege in der problematischen Zufahrtsmöglichkeit. Diese unterliegt demnach einem Fahrverbot, das bereits 1991 zum Schutz vor Lärm, Geruch und Schadstoffen erlassen wurde. Zudem scheint die mittelbare Zufahrt über die Werdenbergerstraße baulich nicht für den massiven LKW-Schwerverkehr ausgelegt zu sein.
Nach Ansicht der Stadt wurden außerdem die Interessen des Naturschutzes und der Landschaftsentwicklung im Genehmigungsverfahren unzureichend berücksichtigt. Das betroffene Areal im Tisner und Tostner Ried sei Teil der Landesgrünzone und diene als wertvoller Naherholungsraum sowie als Sicherung landwirtschaftlicher Flächen. Die geplante Deponie widerspreche der Widmung als Landwirtschaftsgebiet und entziehe die Fläche über mindestens zehn Jahre der vorgesehenen Nutzung. Die Stadt Feldkirch beantragt daher die Aufhebung des Bescheides.
Zu entscheiden hat das nun das Landesverwaltungsgericht. Bis dahin hat die Beschwerde eine aufschiebende Wirkung und Bürgermeister Rädler kann sich gemeinsam mit Bauunternehmen und dem Grundeigentümer um einen alternativen Standort bemühen. (sb)







