Burgtheater meets Festspielhaus

Thomas Bernhards Roman rezitativisch zum Leben erweckt

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    Am 21. April gastiert „Holzfällen“ im Festspielhaus Bregenz. 

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Foto: TOMMY HETZEL

„Holzfällen“ von und mit Nicholas Ofczarek und der Musicbanda Franui gastiert am Dienstag, 21. April, um 19 Uhr im Festspielhaus Bregenz.

Wenn der Schauspieler Nicholas Ofczarek und die Musicbanda Franui Thomas Bernhards Roman „Holzfällen“ auf die Bühne bringen, entsteht ein eigenes Format: Der Abend ist keine Lesung und kein Musiktheater, keine Theateraufführung und kein Hörspiel – und hat doch von allem etwas.

Nach Thomas Bernhard

Ofczarek bringt Bernhards berühmte Prosa rezitativisch auf die Bühne. In der Nähe der Musiker sitzend, verleiht er dem Ich-Erzähler Stimme und Präsenz. Begleitet wird Ofczarek von der Musicbanda Franui, die mit ihren charakteristischen Trauermärschen und musikalischen Reflexionen den Text aufgreift, zuspitzt, konterkariert und vertieft.

Abendgesellschaft
Im Zentrum von „Holzfällen“ steht eine „künstlerische Abendgesellschaft“, die nach einer Beerdigung zusammenkommt und auf die Ankunft eines Burgschauspielers wartet. Die meisten Personen dieser Gesellschaft sind miteinander verbunden, da ihre durch Selbstmord aus dem Leben geschiedene Freundin Joana am Nachmittag desselben Tages zu Grabe getragen wurde.

Scharfe Ironie
Aus der Distanz seines Ohrensessels seziert der Erzähler diese Gesellschaft mit scharfer Ironie und bösartiger Genauigkeit. Bei der Suche nach einem neuen Format hat auch der Lichtdesigner Paul Grilj eine wichtige Rolle: In einem von ihm ausschließlich durch Licht geschaffenen, eindrucksvollen Bühnenraum sitzt Nicholas Ofczarek im Zentrum der Musicbanda, der Ohrensessel ist durch einen einfachen Bühnenstuhl ersetzt. (pd)