Die Lust am Denken fördern

Das Bregenzer Theater Kosmos zeigt in der aktuellen Spielsaison fünf Produktionen

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    Hubert Dragaschnig (li.) und Augustin Jagg läuten ihre letzte Saison im Theater Kosmos ein. 

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Foto: Philipp Steurer

Unter das Motto „Sapere aude – Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ haben Hubert Dragaschnig und Augustin Jagg ihre letzte Spielzeit als Leiter des Bregenzer Theater Kosmos gestellt.

Gesellschaftliche Fragen, Macht, Beziehungen und die Verantwortung des Einzelnen stehen im Mittelpunkt der Aufführungen. „Bei der Vorstellung unseres letzten Spielplanes ist es uns wichtig, nicht nur über das kommende Programm des Theater Kosmos zu sprechen. Wir möchten den Blick etwas weiter öffnen und uns grundsätzlich fragen, welche Bedeutung Kunst und Kultur in der Gesellschaft hat“, hieß es von Seiten der scheidenden Theatermacher bei der Programmpräsentation. Dabei verwiesen sie auf die Demokratie, das Fundament einer solidarischen Gesellschaft, die Gerechtigkeit, Pluralität, freie Meinungsäußerung, Pressefreiheit, Minderheitenschutz, Hilfsbereitschaft, Empathie und die allgemeinen Menschenrechte.

Eine der großen Qualitäten von Kunst sei, dass sie Menschen zur Auseinandersetzung einlädt. „Voraussetzung dafür ist aber, dass das Denken und die Lust am Denken, der Austausch von Gedanken und die Diskussion über das Gedachte im Rahmen von Bildung und Ausbildung ermöglicht, gefördert und vermittelt wird“, so die beiden künstlerischen Leiter. Nur diese lässt unabhängiges Denken und künstlerische Freiheit zu. 

Insgesamt stehen fünf verschiedene Produktionen auf dem Programm. Gestartet wird die letzte Saison des Duos Dragaschnig/Jagg mit der Uraufführung „Halten, Bleiben, Leben – Fragmente einer Liebe“ von Bernhard Studlar, am 19. Febuar, in dem sich an einer Bushaltestelle zwei Menschen begegnen. Aus diesem kurzen Innehalten entfaltet „Halten, Bleiben, Leben – Fragmente einer Liebe“ eine ganze Liebes- und Lebensgeschichte.

Die weiteren Produktionen
„Kleine Eheverbrechen“ von Éric-Emmanuel Schmitt ist ein faszinierendes Vexierspiel, in dem sich zwei Personen einen erbitterten Schlagabtausch liefern. Eine weitere Uraufführung ist „under the influence“. Das Stück behandelt drei Frauen aus drei Generationen, die sich im siebten Stock eines Wohnhauses allmählich näherkommen. Ein Stück über Abhängigkeiten und der Suche nach einem entpatriarchalisierten Rausch.
In der Uraufführung „Männer spielen“ von Anton Fischer spielt irgendwo im gut gedämmten Elend deutscher Provinz eine kleine Menge Männer ernste Spiele. Den Abschluss macht John von Düffels Stück „Macbeth“, eine Kooperation mit dem Theater an der Effingerstraße in Bern. (red)


Die fünf Produktionen

Halten, Bleiben, Leben –
Fragmente einer Liebe

von Bernhard Studlar, Uraufführung, Premiere 19. Februar 2026

Kleine Eheverbrechen
von Éric-Emmanuel Schmitt,
Premiere 8. Mai 2026

under the influence
von Natalie Baudy, Uraufführung,
Siegerstück Theaterallianz,
Premiere 12. August 2026

Macbeth
von John von Düffel,
Premiere 8. Oktober 2026

Männer spielen
von Anton Fischer, Uraufführung,
KOSMODROM Premiere November 2026

von Burhan Yuece 4. Februar 2026
Silvia Böhler
von Marcus Ganahl 4. Februar 2026
Miteinander kommunizieren
von Burcak Erdogan 4. Februar 2026
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