Auf einem Schwarzweißfoto lächelt eine Frau in einem weißen Hemd.

Silvia Böhler

Ein Verbot ist der falsche Weg


Das Internet hat unsere Kinder und Jugendlichen fest im Griff. Beliebt sind vor allem Plattformen wie TikTok, YouTube, Instagram oder Snapchat. Laut der Initiative Saverinternet.at hat sich das Nutzungsverhalten mit den Jahren allerdings verändert. Heute tauscht man sich weniger mit Freunden aus oder folgt gezielt bestimmten Personen, stattdessen wird endlos ein Kurzvideo nach dem anderen geschaut. Jugendliche konsumieren überwiegend passiv und lassen sich von Inhalten berieseln. Welche Videos und Beiträge ihnen angezeigt werden, bestimmen allerdings nicht sie selbst, sondern ein Algorithmus – problematische Inhalte nicht ausgeschlossen. Etliche Studien warnen mittlerweile vor den Folgen wie Schlafstörungen, Cybermobbing, negativem Körperbild, Einsamkeit und vor allem hoher Suchtgefahr. 


An Österreichs Schulen gilt deshalb seit acht Monaten ein Handyverbot bis zur achten Schulstufe – betroffen sind die Sechs- bis Vierzehnjährigen.

Doch dem nicht genug, ähnlich wie in Australien oder Frankreich will Österreichs Regierung nun auch ein generelles Verbot von Sozialen Medien. Demnach sollen noch in diesem Jahr unter 14-Jährige keinen Zugriff mehr auf die gängigen Plattformen erhalten.


Mittlerweile ist vielen klar, dass Kinder und Jugendliche mehr Schutz im Internet benötigen. Wir als Erwachsene haben die Verantwortung und müssen dafür Sorge tragen, dass sie gut und gesund sowie ohne irgendwelche Gefahren und Manipulationen aufwachsen. Doch ist ein Verbot der richtige Weg? Für die Regierung vielleicht der bequemste. Die Gefahren der Sozialen Medien sind mit dem Erreichen des 14. Lebensjahres aber nicht verschwunden. Besonders die Algorithmen, die zum Ziel haben, die Verweildauer zu erhöhen oder in eine bestimmte Richtung zu lenken (Stichwort Fake-News), gehören meiner Meinung nach verboten oder zumindest angepasst und ständig überprüft. Sie selektieren die Inhalte, halten die Nutzer wie in einer Blase gefangen und sind für die Handysucht nicht nur bei Jugendlichen, sondern auch Erwachsenen verantwortlich.


Überhaupt, warum lassen wir es zu, dass problematische Inhalte auf unseren Handys platziert werden? Warum werden nicht die Plattformen für deren Inhalte zur Verantwortung gezogen? Jeder Fernsehsender, jede Zeitung und Webseite hat strenge Regeln zu befolgen und darf weder Lüge, Hass, Bedrohung oder ähnliches verbreiten. Es heißt immer wieder, das Internet ist kein rechtsfreier Raum, doch hier greift der Staat viel zu wenig ein. Die entsprechenden Gesetze gäbe es dafür, nur die konsequente Anwendung fehlt. Stattdessen werden nun die Jugendlichen mit Abschottung bestraft.

Für mich ist das der falsche Weg – es werden die Opfer und nicht die Täter bestraft. Soziale Medien sind nicht per se schlecht. Wir müssten nur die Nachteile reduzieren.

von Marcus Ganahl 4. Februar 2026
Miteinander kommunizieren
von Burcak Erdogan 4. Februar 2026
Kindermaskenball: Auf Safari im Alten Hallenbad
von Angelika Moder 4. Februar 2026
Gut abgesichert im Alter
von Marcus Ganahl 4. Februar 2026
Die Lust am Denken fördern
von Silvia Boehler 4. Februar 2026
Hörbranzer Karate-Talent bei der EM
von Silvia Boehler 4. Februar 2026
Faschingsrufe im Walgau
von Silvia Boehler 4. Februar 2026
Koblacher sagen "Nein" zu Rhesi
von Angelika Moder 4. Februar 2026
Brassband feiert weibliche Kreativität
von Angelika Moder 4. Februar 2026
„Action Connection“ startete sportlich ins neue Vereinsjahr
Mehr anzeigen