Eine Zelle, viele Zeichen und eine Zumutung
Gerold Tagwerker verbarrikadiert die Kunstbox und bringt Nichts und Unendlichkeit ins Palais
Fotos: ice
Vergangenen Donnerstag, wurde in der Kunstbox am Jahnplatz „die Zelle“ eröffnet, anschließend die Ausstellung „0_XYZ_I“ im Palais Liechtenstein.
Künstler beider Ausstellungen ist der Feldkircher Gerold Tagwerker. Am Jahnplatz verbarrikadierte er die Kunstbox von innen kurzerhand mit Ziegeln und schloss sie damit als Ausstellungsfläche aus. Was bleibt, ist das Nichts – oder vielleicht doch die Vorstellung, dass in der Zelle jemand haust und begafft wird.
Anschließend ging es ins Palais Liechtenstein zur Ausstellung „0_XYZ_I“. Dort sind Tagwerkers Arbeiten im Rahmen von „Kunst & Wissenschaft im Dialog“ zu sehen. Für dieses Format entwickeln jeweils ein Kunst- und ein Wissenschaftspartner gemeinsam eine Ausstellung zu einem Thema, das sie beschäftigt. Diesmal kreisen die Zeichen „0_XYZ_I“ um Anfang und Ende, um das Nichts und die Unendlichkeit. Was sie für Tagwerker bedeuten, was sie zeigen oder offenlassen, soll die Ausstellung erfahrbar machen.
Christian Marte
Eine „Zumutung“ nannte der ebenfalls aus Feldkirch und in Wien lebende Dialogpartner, Theologe Christian Marte, die Ausstellung.
Tagwerker konnte ihm da nur zustimmen. Kunst darf aufwühlen, zum Nachdenken reizen und – wenn es gut läuft – einen Dialog in Gang setzen. Das gelang den beiden an diesem Abend. Die Moderation hatte an diesem Abend Karlheinz Pichler inne.
Zwischen verbarrikadierter Zelle und offenen Fragen, die bis in die Unendlichkeit hätten reichen können, blieb jedenfalls genug Raum, einige davon mit nach Hause zu nehmen. (ice)







