Fünfzig Jahre gelebter Naturschutz
Großes Jubiläum für Naturschutzgebiet im Rheindeltahaus Hard
Foto: Land Vorarlberg/7PoTV
Rund 50 Gäste feierten im Rheindeltahaus in Hard das 50-jährige Bestehen des Naturschutzgebiets Rheindelta.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Eröffnung der neuen Ausstellung, eine Amphibienexkursion sowie der Dank an jene Menschen, die sich seit Jahrzehnten mit großem Engagement für den Schutz und die Weiterentwicklung dieses einzigartigen Lebensraums einsetzen. Landesrat Christian Gantner würdigte die Leistungen des Vereins um Obmann Stefan Übelhör und seiner Helferinnen und Helfer: „Der Naturschutzverein Rheindelta ist ein unverzichtbarer Partner für das Land Vorarlberg. Die engagierte Arbeit der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter trägt entscheidend dazu bei, dass das Rheindelta auch für kommende Generationen erhalten bleibt.“
Größtes Feuchtgebiet
Das Naturschutzgebiet Rheindelta ist das größte Feuchtgebiet am Bodensee und erstreckt sich über die Gemeinden Fußach, Gaißau, Hard und Höchst. Mit einer Fläche von über 2.000 Hektar – davon zwei Drittel Wasserfläche – ist das Gebiet nicht nur das älteste, sondern auch das bedeutendste Schutzgebiet Vorarlbergs.
Die Geschichte des Naturschutzgebiets Rheindelta reicht weit zurück: Bereits 1926 wurde erstmals der Schutz des Bodenseeufers gefordert, 1976 folgte schließlich die offizielle Schutzgebietsverordnung. Seither wurde das Schutzgebiet mehrfach erweitert sowie weiterentwickelt und ist mittlerweile auch Ramsar-Schutzgebiet und ausgewiesenes Natura-200-Gebiet.
Ein entscheidender Schritt war die Gründung des Naturschutzvereins Rheindelta („Verein für die Betreuung des Naturschutzgebiets Rheindelta“) im Jahr 1997, der seither als Vorbild für viele andere Naturschutzinitiativen in Vorarlberg gilt. Der Verein steht seither für einen integrativen Ansatz, bei dem Naturschutz gemeinsam mit Gemeinden, Landwirtschaft, Fischerei, Jagd und Ehrenamt umgesetzt wird.
Chancen und Ausblick
Der Naturschutzverein hat zahlreiche Projekte umgesetzt und entwickelt das Schutzgebiet laufend weiter: von der Wiedervernässung des Rheindeltas im Rahmen des Projekts LIFE AMooRe (Austrian Moor Restoration) über Artenschutzmaßnahmen für seltene Fisch-, Amphibien- und Vogelarten sowie Bildungsprojekte für Schulen und Bürger bis hin zum Management von beispielsweise Kormoranen, Bibern und Störchen. Das Rheindeltahaus, das 1998 eröffnet wurde, dient als zentrale Anlaufstelle für Besucher sowie als Zentrum für die Entwicklung des Schutzgebiets.
Neben dem Rückblick auf fünf Jahrzehnte gelebten Naturschutz blieb bei der Jubiläumsfeier auch Raum für den Austausch über aktuelle Herausforderungen: Die Betreuung des Gebiets, die Lenkung der Besucherströme und der Umgang mit neuen Arten wie Biber und Kormoran erfordern laufend innovative Lösungen. Auch externe Einflüsse, etwa durch Projekte im benachbarten Ausland oder die Auswirkungen des sich verändernden Klimas, stellen das Rheindelta immer wieder vor neue Aufgaben. Gleichzeitig wurde einmal mehr deutlich, dass das Naturschutzgebiet Rheindelta dank des starken Miteinanders aller Beteiligten auch künftig erfolgreich geschützt und behutsam weiterentwickelt werden kann.
Jubiläumsausstellung
Die neue Ausstellung im Rheindeltahaus ist ab sofort geöffnet. (pd)







