Mario Beib
Glosse
Singin’ in the rain, just singin’ in the rain...
Am Montag habe ich in einer Chatgruppe einen mir bis dato noch fremdklingenden Geburtstagsgruß gelesen. „Genieße den Regen“, stand da. Merkwürdig, was der Klimawandel mittlerweile für Blüten treibt. Dabei fällt mir ein, so was habe ich vor ewiger Zeit schon einmal gehört, beziehungsweise erlebt. Damals in meiner Studentenzeit hatte ich einen neuen Kommilitonen aus Marokko. Immer wenn es regnete, was damals in Köln nicht selten vorkam, machte dieser Kommilitone im Regen einen ausgedehnten Spaziergang. Er genoss das, weil er den Regen in dieser Art nicht kannte.
Und müsste man heutzutage den Schlager von Rudi Carrell „Wann wird‘s mal wieder richtig Sommer, ein Sommer, wie er früher einmal war“ nicht umdeuten und den Regen und nicht die Sonne anhimmeln? Oder es einfach mit Gene Kelly halten und im Regen tanzen?
Hatten wir dieses Jahr nicht schon zu viel Sonne, zu wenig Regen? Viel zu wenig. Nicht umsonst hat der Bodensee so wenig Wasser. Rhein, Donau und viele andere Flüsse leiden. Es ist kaum noch Schifffahrt möglich. Selbst die berühmte Energie aus Wasserkraft scheint an Grenzen zu stoßen, und in einigen Ländern mussten deswegen Atomkraftwerke abgeschaltet werden. Von den Schäden in der Landwirtschaft ganz zu schweigen. Alles in allem für viele Wirtschaftszweige ein Desaster. Danken wir der Sonne und freuen uns auf die Teuerungen, die auf uns alle zukommen werden.
Beglückwünschen wir uns zumindest dieser Tage zum fallenden Regen. Vielleicht schnappt sich jeder einen Schirm, tanzt vergnügt im Regen und trällert fröhlich „Singin’ in the rain, just singin’ in the rain ...“






