Auf einem Schwarzweißfoto lächelt eine Frau in einem weißen Hemd.

Silvia Böhler

Jeder Beitrag zählt


Jedes Jahr am 5. Juni erinnert der Weltumwelttag daran, dass Umwelt- und Klimaschutz keine Nebensache ist. Bereits 1972 wurde er von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen, um vor allem eines einzufordern: Handeln.

In Vorarlberg zeigen engagierte Menschen anlässlich der Umweltwoche vom 30. Mai bis 7. Juni unter dem Motto „Alltag weiter denken. Weil es die Umwelt wert ist.“, wie nachhaltiges Handeln gelingen kann und vor allem, welche positiven Auswirkungen das zur Folge hat. Doch so wertvoll Vorträge, Exkursionen oder Mitmachaktionen auch sein können – Umwelt- und Klimaschutz dürfen nicht auf eine Aktionswoche reduziert werden. Sie müssen sich im Alltag widerspiegeln: beim Konsum, bei der Mobilität und bei politischen Entscheidungen.

Jede und jeder kann einen Beitrag leisten. Es wäre allerdings zu einfach, die Verantwortung allein auf uns Bürger abzuwälzen. Unternehmen, Gemeinden und vor allem die Politik sind ebenso gefordert. Wer ernsthaft mehr Menschen zum Umstieg auf klimafreundliches Verhalten bewegen will, muss entsprechende Rahmenbedingungen dafür schaffen. Genau hier läuft derzeit aber einiges in die falsche Richtung. Die neuen Tarife für Bus und Bahn, die seit 1. Juni gelten, sorgen bei vielen für großes Unverständnis. Preissteigerungen von teils über 100 Prozent, unpassende und an der Realität vorbeigehende Zeitlimits (60 und 120 Minuten-Tickets), teurere Schülertickets und zusätzliche Aufschläge, wenn Tickets im Bus gekauft werden, senden ein falsches Signal. Wer den Umstieg vom

Auto auf öffentliche Verkehrsmittel fördern will, sollte Bus und Bahn attraktiver und günstiger machen – nicht komplizierter und teurer. Gleichzeitig werden aufgrund knapper Budgets Förderungen im Klima- und Umweltbereich zurückgefahren und beispielsweise Radwegprojekte verschoben oder auf Eis gelegt. Natürlich müssen Regierungen sparen. Doch ausgerechnet dort den Rotstift anzusetzen, wo in die Zukunft investiert werden muss, ist zu kurz gedacht.

Der aktuelle OECD-Umweltprüfbericht 2026 macht deutlich, dass Österreich vermutlich seine Klimaziele für 2030 klar verfehlen wird. Die Emissionen müssten deutlich schneller sinken als bisher. Umso unverständlicher ist es, dass notwendige Maßnahmen nicht umgesetzt, sondern gebremst werden. Wer den Weltumwelttag tatsächlich ernst nimmt, sollte den Klima- und Umweltschutz nicht schleifen lassen, sondern die richtigen Prioritäten setzten und Mut zum Handeln zeigen. Jeder Beitrag zählt.