
Silvia Böhler
Jugend zwischen Hoffnung und Frust
Die 14 österreichischen Pädagogischen Hochschulen, darunter auch jene in Feldkirch, haben eine neue Jugendstudie namens „Lebenswelten 2025“ durchgeführt. Von Vorarlberg bis zum Burgenland haben 15.000 Schüler zwischen 13 und 18 Jahren teilgenommen. Vergangene Woche wurde die Studie präsentiert. Das zentrale Ergebnis: Obwohl die junge Generation in einer Welt voller Unsicherheiten aufwächst, bleibt sie hoffnungsvoll und blickt optimistisch in ihre Zukunft.
Gleichzeitig gibt es aber auch alarmierende Ergebnisse. Zum einen die Unzufriedenheit der Jugendlichen mit der Demokratie. Zwar sind junge Menschen politisch offen, interessiert und bereit zur Mitgestaltung – zugleich aber tief enttäuscht. Die Schüler fühlen sich nicht gehört und zu wenig eingebunden in das demokratische System. Entscheidungen würden über ihre Köpfe hinweg getroffen. Die Folge: Eine wachsende Zahl junger Menschen wendet sich extremen Kräften zu. Ob aus Überzeugung oder aus Frust, bleibt offen.
Alarmierend sind auch die Ergebnisse zur Gesundheit und dem Wohlbefinden der Jugendlichen. Die Daten zeigen eine deutliche Verschlechterung und „ein erhebliches Ausmaß an psychischen als auch körperlichen Beschwerden“. Jeder Dritte ist laut Studie dauernd oder oft schlecht gelaunt, hat Rückenschmerzen, Kopfschmerzen oder Einschlafprobleme. Junge Frauen und Jugendliche mit hohem Sozialstatus sind davon besonders betroffen.
Es ist wichtig, die Stimmen der Jugendlichen ernst zu nehmen. Die Ergebnisse der Studie sollten berücksichtig werden – jetzt sind die Erwachsenen am Zug. Bildungsminister Christoph Wiederkehr kündigte an, die politische Bildung noch stärker im Unterricht zu verankern. Außerdem verweist er auf die ohnehin geplante Verdoppelung des psychosozialen Personals an den Schulen in den kommenden zwei Jahren.
Die Adaptierung von Lehrplänen und eine verbesserte medizinische Unterstützung ist eine Notwendigkeit. Daneben müssten aber auch der wachsende schulische Druck und die gesellschaftlichen Erwartungen kritisch hinterfragt werden. Anstatt zu erwarten, dass sich junge Menschen immer wieder „anpassen“, sollten die Ursachen für Stress und andere gesundheitliche Beschwerden herausgefunden und – wenn möglich – beseitigt werden. Das geplante Verbot von Social Media unter 14 Jahren könnte ein erster Schritt sein.
Unterstützen wir unsere Jugend - sodass die Hoffnung auf eine gute Zukunft gegenüber dem Frust überwiegt.








