Faschingsrufe im Walgau

Vom „Schnegg, Schnegg – Gugg, Gugg“ bis hin zu den Jagdberg-Narren

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    Die Guggamusik gehört mittlerweile zum Fasching dazu. Hier ein Auftritt der Ramschwager Burgnarren im Jahr 2023.

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Foto: Media Pocket /Archiv

Das bunte Faschingstreiben kennt derzeit keine Grenzen mehr. Bis zum Faschingsdienstag am 17. Februar haben die Narren jetzt Hochkonjunktur. Auch im Walgau.

Was wäre der Fasching ohne die Faschingszünfte. Sie sorgen für bunte und laute Auftritte und für beste Stimmung, wenn sie durch die Straße ziehen. Unmittelbar verbunden sind sie mit ihren Faschingsrufen. So auch im Walgau und dem Großen Walsertal. Doch was bedeuten sie eigentlich?

Frastanz: Schnegg, Schnegg  – Gugg, Gugg! (Schneggahüslar). Ein paar Frastanzer Frauen kamen am Faschingsdienstag im Jahre 1981 auf die Idee eine Guggamusig zu gründen, da sie diese aus der Schweiz kannten. Getreu dem Motto, daß in Frastanz lauter „Schneggen“ wohnen, nannten sie sich die „Schneggahüsler Frastanz“.So entstand die erste Guggamusig Vorarlbergs und obwohl die Idee anfangs von vielen belächelt wurde, war es ein Volltreffer.

Röns: Karra, Karra –Rönser Narra! Rönser Faschingsnarren mit an fetten Karren.

• Schnifis:
Kriasihogga, Kriasihogga –Hogg, Hogg, Hogg! Dieser Ruf gehört untrennbar zu den „Kirschenhockern“ (Kriasihogga) aus Schnifis, die seit ihrer inoffiziellen Gründung 1968 das Fasnat-Brauchtum in der Region prägen. Der Name und der Ruf leiten sich von der historischen Bezeichnung der Schnifner als „Kriasihögga“ ab, was auf die vielen Kirschbäume in der Gemeinde zurückzuführen ist.

• Satteins: Hippi, Hippi, Lätsch – Pfudi, Pfudi, Tätsch! (Narren) bzw. Gu Gu Guguru (Guggamusig Staaplattaflözer)


• Schlins: Jagdberg Narra, blau blau blau, die Schlinser bella wau wau wau! Bezieht sich auf die Vereinsfarben und die Region Jagdberg. Als eine der traditionsreichsten Fasnat-Gilden im Walgau ist die Guggamusig Jagdberg Narra bekannt für ihre lautstarken Auftritte und die blau-weißen Kostüme. Legendär ist die eiene Faschingszeitung „Der Hundshenker“.

• Nenzing: Stiera, Stiera, ho! Ist der spezifische Narrenruf der Riedal-Zunft. Der Ruf ist fest mit der Narrenzunft in Nenzing verbunden.

• Bürs: Krotta, Krotta – Quak, Quak! Der Ruf bezieht sich auf die „Krotta“ (Vorarlbergerisch für Kröten).

• Bürserberg: Büschele, Büschele, Hoo! Dieser Ruf erinnert an die historische Tradition der Bewohner, die früher als „Büschelebinder“ ihre Produkte (Holzbüschel) im Tal verkauften. Der Narrenverein Bürserberg nutzt diesen Schlachtruf, um den Faschingsumzug einzuleiten.

• Nüziders: Bira, Bira –Mähl! Der Ruf bezieht sich auf die „Mählbira“ (Mehlbirne), eine frühe Mostbirnensorte, die früher im Walgau verbreitet war. Die Faschingszunft wurde 1956 gegründet.


• Thüringen: Kriasistinker - Ho! Die Zunft wurde 1974 gegründet. „Kriasi“ ist Vorarl­bergisch für Kirschen.

• Ludesch: Jöri, Jöri –Räbaschwänz! Die Faschingszunft wurde 1984 gegründet.

• St. Gerold: Hoti, Hoti – Wäg vom Zu (oder wäk vom Zuh)! Gründungsjahr 1996.

• Raggal: Stiara, Stiara – Hora, Hora! Zusammen gelesen ergibt dies einen „Hooraschtiir“, laut dem Kleinwalsertaler Mundartwörterbuch“ist das eine Bezeichnung für einen groben Mann, einen Hornochsen sozusagen. Wie auch immer der Übername enstanden sein mag, die Raggaler stehen zu ihm. Nicht umsonst hat die im Jahr 1985 gegründete Funkenzunft Raggal in ihr Zunft­abzeichen einen schwarzen Stierkopf mit roter Zunge aufgenommen. (red)

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