„Neue Wege“ fürs Regenwasser

Lustenau setzt auf natürliche Lösungen statt aufwendiger Technik

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    Die Dammstraße ist derzeit Schauort verschiedener Tiefbauprojekte, so auch für ein neues Entwässerungssystem. 

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Foto: MG Lustenau

Mit einem innovativen Infrastrukturprojekt setzt Lustenau in der Dammstraße neue Maßstäbe bei Regenwassermanagement, Straßenbau und Verkehrssicherheit.

In der Dammstraße in Lustenau laufen derzeit umfassende Bauarbeiten: Neben der Verlegung neuer Trinkwasserleitungen entsteht auf rund 750 Metern ein modernes Entwässerungssystem mit Vorbildcharakter. Ziel ist es, Regenwasser nicht mehr rasch abzuleiten, sondern möglichst vor Ort im Boden zu halten. Kernstück des Projekts sind sogenannte Sickermulden, die das Wasser direkt versickern lassen und so den natürlichen Wasserkreislauf unterstützen. Das entlastet nicht nur den Kanal, sondern trägt auch zur Grundwasserneubildung bei – ein wichtiger Aspekt angesichts zunehmender Starkregenereignisse.

Naturnahe Lösungen

Die Gemeinde setzt bewusst auf einfache, naturnahe Lösungen statt aufwendiger Technik. Die Mulden bestehen aus durchlässigem Untergrund und begrünten Humusschichten. Erst bei gesättigtem Boden wird überschüssiges Wasser kontrolliert abgeleitet. Gleichzeitig reduziert diese Bauweise langfristig auch Wartungs- und Betriebskosten. Parallel dazu werden weitere Infrastrukturmaßnahmen umgesetzt. Neben der Trinkwasserleitung werden auch Strom-, Beleuchtungs- und Glasfaserleitungen erneuert. Durch diese koordinierte Bauweise lassen sich Kosten reduzieren und zukünftige Baustellen vermeiden.

Weitere Änderungen
Eine einheitlich reduzierte Fahrbahnbreite von 4,50 Metern sorgt für mehr Verkehrssicherheit und Verkehrsberuhigung, gleichzeitig entstehen neue Grünflächen entlang der Straße. Das Projekt soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein und gilt als Pilot für nachhaltigen Straßenbau in Lustenau – als gelungenes Beispiel für die Verbindung von moderner Infrastruktur, Umweltschutz und Sicherheit. (pd)