Die Frau im Montforthaus

Geschäftsführerin Stefanie Thurner lässt hinter die Kulissen blicken

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    Stefanie Thurner in New York - Reisen ist eine Leidenschaft.

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    „Hundemama“einer

    französischen Bulldogge.

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Fotos:  privat

Von Isabelle Cerha


Jetzt. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt.“ Dieser Gedanke schoss Stefanie Thurner durch den Kopf, als sie die Ausschreibung zur Geschäftsführerin des Montforthauses Feldkirch sah. Ein Satz, der viel über ihre Entschlossenheit verrät und über den Weg, den sie seither eingeschlagen hat.

Stefanie Thurner ist 44 Jahre alt, voller Energie und seit rund einem Monat Geschäftsführerin des Montforthauses Feldkirch. Im Gespräch wird schnell deutlich, dass sie zu 100 Prozent hinter dem Haus steht. Für sie ist das Montforthaus ein echtes Juwel, ein Ort, der sowohl als Kongress- und Tagungszentrum als auch als lebendiger Treffpunkt für die Menschen in Feldkirch und der gesamten Region dienen kann und soll.

Durch seine zentrale Lage mitten in der Stadt sei das Haus nicht nur ein Aushängeschild, sondern für sie auch ein Stück Feldkirch. Diese Verbundenheit ist spürbar und kommt nicht von ungefähr. Bereits lange vor ihrer Bewerbung kannte und schätzte Thurner das Montforthaus.

Beruflich bringt sie umfassende Erfahrung mit. Acht Jahre war sie in leitender Funktion im Europahaus Mayrhofen sowie im Convention Bureau St. Gallen tätig. In einem mehrstufigen Auswahlverfahren setzte sie sich schließlich gegen rund 20 Mitbewerber durch. Den Schritt nach Feldkirch bereut sie keine Sekunde. Ihre Entscheidung und den Start beschreibt sie selbst als „all in“, und genau diesen Eindruck vermittelt sie auch im Interview.

Zu Beginn ihrer Tätigkeit setzt Thurner bewusst auf Transparenz und eine fundierte Bestandsaufnahme. Im Fokus stand und steht, das Haus in all seinen Facetten kennenzulernen, im engen Austausch mit dem Team und den Eigentümern ebenso wie anhand wirtschaftlicher Kennzahlen. Ziel sei es, ein klares Verständnis für bestehende Abläufe und das tatsächliche Potenzial zu entwickeln.

„Ich habe nicht den Anspruch, funktionierende Dinge neu zu erfinden, möchte aber genau hinschauen, wo struktureller oder inhaltlicher Weiterentwicklungsbedarf besteht“, erklärt sie. Und dieser Blick zeigt bereits konkrete Ansatzpunkte. Klare Strukturen sollen geschärft und weiterentwickelt werden.

Ein besonderes Augenmerk legt Thurner auf die Balance zwischen dem professionellen Tagungsgeschäft und einem vielfältigen und breit gefächerten Kulturprogramm. Der strategische Fokus liegt aber klar auf dem wertschöpfungsstarken Tagungssegment.

Neben der programmatischen Ausrichtung sind auch operative Themen präsent. So nennt sie etwa die Gastronomie im 3. Obergeschoss als einen Bereich, in dem Lösungen gefragt sind und an denen bereits gearbeitet wird. Ebenso wichtig ist für sie die Aufgabe, das Montforthaus stärker nach außen zu tragen und es damit für die Bevölkerung greifbarer zu machen.

Was für Thurner klar im Zentrum steht, ist das Team. „Ohne das funktioniert nichts“, macht sie klar. Schon jetzt zeigt sie sich überzeugt von den Mitarbeitern, mit denen sie die Zukunft des Hauses gestalten möchte.

Thurner privat
Privat ist Stefanie Thurner am liebsten mit ihrem Lebenspartner und ihrem Hund unterwegs, etwa im Wildpark oder am Bodensee. Reisen zählen zu ihren Inspirationsquellen, auch wenn das mit Hund manchmal etwas mehr Planung erfordert.

Mit ihrer neuen Aufgabe hat sie ihren Lebensmittelpunkt endgültig nach Vorarlberg verlegt. Sie lebt im Rheintal und hat Feldkirch längst ins Herz geschlossen. Die Stadt kennt sie bereits seit der Wiedereröffnung des Montforthauses nach dem Umbau. Besonders angetan hat es ihr die Dachterrasse, für sie die schönste in ganz Westösterreich und der Ostschweiz.

Eine Behind-the-Scenes-Führung im Jahr 2019 im Rahmen der Convention4u hinterließ bleibenden Eindruck, ein Teil ihres Herzens sei damals bereits im Montforthaus geblieben, erzählt sie. Dass sie dafür ihr „unglaublich tolles Team“ in Mayrhofen verlassen musste, sei ihr nicht leicht gefallen. Doch die Ausschreibung kam genau zum richtigen Zeitpunkt.

Heute ist klar, Stefanie Thurner ist angekommen, mit viel Energie, klaren Vorstellungen und dem festen Willen, das Montforthaus als lebendigen Ort für Begegnung, Kultur und Wirtschaft weiterzuentwickeln.