„Ein Zug nach Nirgendwo“ zum 30er
Bahnhofs-Komödie als Jubiläumsstück der Theatergruppe Thüringerberg
Fotos: Theatergruppe Thüringerberg
Mit der Komödie „Es fährt ein Zug nach Nirgendwo“ feiert die Theatergruppe Thüringerberg ihr 30-jähriges Bestehen. Die Premiere steigt am Freitag, 10. April, 20 Uhr, im Sunnasaal.
Auch wenn das neueste Stück vermeintlich ins Nirgendwo führt, begeistert die Theatergruppe Thüringerberg das Publikum nun bereits seit drei Jahrzehnten. „Heute blicken wir mit einem Lächeln zurück auf 30 Jahre Theaterleben. Auf insgesamt 23 Spieler und Spielerinnen, die die Bühne mit Leben, Charakter und ganz viel Persönlichkeit gefüllt haben. Aber auch auf unzählige Proben, schöne Erinnerungen, legendäre Pannen, Tränen von Lachen, Premieren- und Abschlussfeiern. Auf Freundschaften, Paare und viele immer noch bestehende Rituale“, fasst Harald Kaufmann, Spielleiter der Theatergruppe, die Zeitreise zusammen.
Zwei Bürgermeister dabei
Ein echtes Urgestein in zweifacher Hinsicht ist dabei auch der Thüringerberger Bürgermeister Wilhelm Müller. Zum einen ist er seit 1997 Gemeindechef und zum anderen seit den Anfängen der Theatergruppe dabei. Klar, dass er auch beim neuesten Stück wieder auf der Bühne steht. So wie auch sein Nenzinger Amtskollege Michael Hartmann, der auch zum zweiten Mal dabei ist. „Er gilt augenzwinkernd als Jungspund unter den beiden“, sagt Kaufmann mit einem Lächeln. Und verrät gleich eine besondere Pointe, was die neueste Aufführung betrifft. „Unser aktuelles Stück spielt ausgerechnet am Bahnhof in Nenzing. So kommt es, dass der amtierende Nenzinger Bürgermeister ‚am eigenen Ort‘ auftritt – allerdings nicht im Gemeindeamt, sondern auf unserer Theaterbühne.“
Im Stück muss der Railjet 697 einen außerplanmäßigen Halt einlegen und seine Fahrgäste an einem trostlosen Provinzbahnhof warten lassen – angelehnt an den Bahnhof Nenzing. Kein Handyempfang, keine Taxis und keine Aussicht auf eine schnelle Weiterfahrt. Unter den gestrandeten Reisenden befinden sich unter anderem zwei Mitglieder einer Theatergruppe, eine gestresste Business-Frau, ein Verschwörungstheoretiker und ein Motivationstrainer. Als dann auch noch das Gerücht aufkommt, dass sich ein Psychopath unter den Fahrgästen befinden könnte, nimmt ein humorvolles Nervenchaos seinen Lauf.
Tod hinterließ große Lücke
Doch zurück in die Vergangenheit. Dass sich in 30 Jahren viel verändert hat, ist klar. Aber eines ist geblieben: Es wird die gemeinsame Zeit bewusst genossen, miteinander gelacht und die letzte Aufführung wird immer auf einen Samstag gelegt, damit man danach noch genug Zeit zum „khörig fiera“ hat. Doch nicht immer geht es lustig zu. Der Tod der langjährigen Spielerin Walfrieda Pfister im April 2007 war ein schwerer Einschnitt für das Ensemble. Nach einer gefeierten Premiere starb sie vier Tage später völlig überraschend an einer Gehirnblutung. Kaufmann: „Walfrieda schlüpfte auf der Bühne immer in die Rolle der ‚älteren Frau‘. Durch ihren Tod ist ein wichtiges Rollenbild verloren gegangen, welches bis heute nicht richtig ersetzbar war.“
2009 gab es mit „Die Trikot - Lore“ eine Welturaufführung, bei der die Autorin Brigitte Speidel selbst im Publikum saß. Bis 2023 war mit Sali Pfister stets eine Souffleuse mit dabei. Eines ist gewiss: Doch Theater war nie nur „die Bühne“ – Theater war immer Gemeinschaft. (dh)
Aufführungstermine im Sunnasaal Thüringerberg:
– Freitag, 10. April – 20 Uhr (mit anschließender Jubiläumsfeier und Live-Musik)
– Sonntag, 12. April – 18 Uhr
– Freitag, 17. April – 20 Uhr
– Samstag, 18. April – 20 Uhr
Kartenvorverkauf:
Postpartner Nenzing sowie bei allen Mitgliedern der Theatergruppe Thüringerberg
Kartenreservierung:
Brigitte Pfister, Tel.: 0664 73 85 80 80





