Förderstopp für aha Bludenz sorgt für Kritik

Jugendeinrichtung wurden 45.000 Euro gestrichen – nun droht das Aus für die Außenstelle

  • Bildtitel

    Im Juni wurde im Land eine Ausstellung zur aha eröffnet.

    Button

Foto: Land Vorarlberg/7PRO.TV

Im Vorjahr feierte das aha Bludenz noch sein 20-jähriges Jubiläum. Nun wurden die Förderungen vonseiten der Stadt in der Höhe von 45.000 Euro eingestellt. Das sorgt für Kritik.

Am 9. Juni wurde im Landhaus Bregenz die Ausstellung „Entdecke deine Möglichkeiten mit dem aha, deiner Jugendinfo in Vorarlberg“ eröffnet. Landesstatthalter Christof Bitschi betonte dabei, dass das aha eine wichtige Anlaufstelle für junge Menschen in Vorarlberg sei. „Das aha gibt mit seinen breit gefächerten Angeboten Orientierung und ermutigt Jugendliche, Neues auszuprobieren und sich einzubringen“, so Bitschi wörtlich. Umso mehr sorgt es für Verwunderung und Unmut, dass die Stadt inzwischen aus Spargründen die Fördermittel in Höhe von 45.000 Euro für die aha-Außenstelle in Bludenz gestrichen hat. „In der Sitzung des Stadtrats der Stadt Bludenz am 18. Juni 2026 wurde gemeinsam von ÖVP und FPÖ der Beschluss gefasst, die Förderung des aha-Bludenz nicht fortzuführen. Die Konsequenz daraus ist klar: Der Standort des aha-Bludenz in der Mühlgasse 1, der den gesamten Bezirk Bludenz abdeckt, steht mit dem Jahr 2027 vor dem Aus“, schreiben die SPÖ-Landtagsabgeordneten Mario Leiter, Manuela Auer und Reinhold Einwallner.

Handschrift der Koalition
SPÖ-Klubobmann Mario Leiter ortet dahinter klar die Handschrift der schwarz-blauen Landesregierung. In einer Anfrage an Landesstatthalter Christof Bitschi wollen die Roten wissen, warum der Süden Vorarlbergs in Sachen Jugendarbeit kaputtgespart wird.

„Seit der Eröffnung des aha-Standorts Bludenz wurden über 46.500 Anfragen individuell beantwortet. Überdies nahmen mehr als 4000 Jugendliche am Format ,Bludenz inside‘ teil, bei dem sie über wichtige Service- und Anlaufstellen in der Stadt informiert werden“, so SPÖ-Stadtparteiobmann Antonio Della Rosa.

Auch die vom aha seit fünf Jahren angebotenen Workshops zu Informations- und Medienkompetenz wurden bisher von rund 2.500 Teilnehmenden besucht. Von der Schließung betroffen sind darüber hinaus auch die Organisationen Amazone und femail, die mit dem aha-Standort ebenfalls ihre Außenstelle in Bludenz verlieren.

Der Süden benachteiligt
Für die Sprecherin der Grünen Bludenz, Ida Forchtner, steht fest: „Wer diese Einrichtung aufgibt, spart nicht an einem Gebäude oder einer Organisation, sondern an den Chancen junger Menschen. Gerade im Süden Vorarlbergs kämpfen wir seit Jahren mit strukturellen Nachteilen gegenüber anderen Ballungsräumen. Viele Angebote konzentrieren sich im Rheintal. Umso wichtiger sind Einrichtungen, die jungen Menschen direkt vor Ort Perspektiven eröffnen.“

Im Corona-Jahr 2020 erhielt das „aha“ von der Stadt Bludenz und weiteren 21 Gemeinden aus der Region 65.000 Euro als Unterstützung. (red)