Wunderwald der Zukunft in Düns
Volksschüler tragen nun Verantwortung für eigenen Schulwald
Fotos: Günter Dünser
Die Kinder der Volksschule Düns dürfen sich über ein ganz besonderes Waldprojekt freuen. Seit Dienstag ist jedes Kind Pate eines eigenen Baumes.
Im Rahmen eines Schulprojekts haben Kinder der Volksschule Düns gemeinsam mit ihren Lehrpersonen sowie Waldpädagoge und Forstarbeiter Günter Dünser einen kleinen Wald gepflanzt. Jedes Kind hat nun einen eigenen Patenbaum erhalten. Ziel des Projekts ist es, nicht nur klimafitte Bäume wie Spitzahorn, Linden, Lärchen oder Douglasien zu setzen, sondern auch einen lebendigen Lern- und Erfahrungsraum für die Kinder zu schaffen. Denn ein eigener Wald bedeutet weit mehr als das Pflanzen von Bäumen. Er ermöglicht eine tiefgehende emotionale Verbindung zur Natur. Durch ihren persönlichen Patenbaum erleben die Schüler hautnah, dass ihr eigenes Handeln Spuren hinterlässt. Sie beobachten, wie ihr Baum wächst, sich verändert und gepflegt werden muss. Dabei erfahren sie, dass Wachstum vor allem Zeit, Geduld und kontinuierliche Fürsorge benötigt.
Über mehrere Generationen
Der Schulwald soll zu einem besonderen Ort des Lernens, Staunens und Mitwachsens werden. „Natürlich kann ich mit den Kindern durch den Wald laufen und ihnen die Wichtigkeit der Bäume erklären. Am meisten bleibt aber hängen, wenn Kinder mitmachen dürfen. Wenn sie Zäune bauen und mit der Gartenschere die Jungpflanzen vor überwuchernden Brombeeren“, sagt Günter Dünser. Die Kinder entwickeln eine Beziehung zu „ihrem“ Stück Natur und schaffen Erinnerungen, die sie auch Jahre später noch begleiten werden.
Ein zentrales Element des Projekts ist die Weitergabe der Verantwortung: Wenn ein Kind die Volksschule verlässt, gibt es seinen Patenbaum an ein neu eingeschultes Kind weiter. Dieses wird symbolisch als „Göti“ oder „Gota“ im Baum-Stammbaum eingetragen und übernimmt von diesem Zeitpunkt an die gleiche Verantwortung für Pflege und Begleitung des Baumes. Dadurch entsteht über die Jahre hinweg ein lebendiger Generationenbaum, der auch die Gemeinschaft der Schule sichtbar macht.
Im Unterricht findet das Projekt regelmäßig seinen Platz: Die Pflege des Waldes sowie Themen rund um Natur, Ökologie und Nachhaltigkeit werden in den Sachunterricht integriert. So sollen sich praktisches Tun und theoretisches Lernen auf sinnvolle Weise verbinden. Zur Begleitung des Projekts erhält jedes Kind eine eigene Mappe. In dieser werden persönliche Daten sowie wichtige Informationen zum jeweiligen Baum festgehalten – etwa Baumart, Pflanzdatum, Wachstumsschritte, Beobachtungen und besondere Ereignisse. Die Mappe dient als persönliches Waldtagebuch und dokumentiert die Entwicklung über die gesamte Volksschulzeit hinweg. (pd)






