Mario Beib
Und jährlich grüßt das Murmeltier ...
Wer kennt nicht den verzweifelten Meteorologen Phil Connors – dargestellt von Bill Murray –, der sich im Film
„Und täglich grüßt das Murmeltier“ in einer Zeitschleife gefangen sieht. Aus dieser gibt es fast kein Herauskommen.
Ähnlich müssen sich Frauen in Österreich und vor allem in Vorarlberg vorkommen. Das zumindest kann man aus dem „Vorarlberger Gleichstellungsbericht 2026“ herauslesen. Und das, obwohl in der Vergangenheit jährlich mindestens
zwei- bis dreimal auf dieses Thema hingewiesen wurde – nahezu gebetsmühlenartig.
Und immer waren und sind es die gleichen Dinge, die der Gleichstellungsbericht auch jetzt wieder anprangert. Frauen werden im Arbeitsleben benachteiligt, trotz (oder wegen) des oft besseren Bildungsniveaus (32 Prozent haben Maturaniveau, Männer „nur“ 28 Prozent).
Überproportional arbeiten Frauen in Vorarlberg in Teilzeit. Das entspringt einer Logik, die nicht schlüssig ist. Zum einen wird das durch konservative Rollenbilder begünstigt und zum anderen durch eine hohe Industriedichte, und das daraus resultierende hohe Lohnniveau für Männer in der gesamten DACH-Region. Frauen werden zusätzlich in unbezahlte
Care-Arbeit hineingedrängt.
Mit Folgen. Die Lücken sind groß und werden nur langsam kleiner. Seit Jahren. Ob es sich um den Gender Pay Gap, den Gender Pension Gap oder den Gender Wealth Gap handelt. Dass Frauen auch überproportional in der kommunalen Politik unterrepräsentiert sind, spricht ebenfalls Bände. Die Versprechen der Politik (Männer) in der Vergangenheit sind eben nur Versprechen.
Naja, versprechen kann sich jeder. Nächstes Jahr ist das Murmeltier bestimmt wieder da.





