Vom Bauernhof zur IT

IT beeinflusste Johann Fink und die Wirtschaft in Vorarlberg

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    Wirtschaftsarchiv in der Schlossergasse 8 öffnet Türen.

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    Johann Fink und Isabelle Cerha

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Fotos:  Wirtschaftsarchiv Vorarlberg / Isabelle Cerha

Als erstes Kind einer Landwirtschaft am Glafberg am Sulzberg war für Johann Fink der Weg eigentlich vorgegeben. Doch schon früh bemerkten Lehrer seine besondere Begabung für Zahlen und logisches Denken, das er über Jahre hinweg dem Wirtschaftsarchiv Vorarlberg zur Verfügung stellte.

Während die Familie davon ausging, dass der Erstgeborene einmal den Hof übernehmen würde, interessierte sich Johann Fink zunehmend für Mathematik, Technik und später für Computer. Nach der Schulzeit unter anderem im Schülerheim der Schulbrüder in Feldkirch führte das Interesse an Zahlen meinen Vater schließlich in die Welt der Programmierung. Nach Studienjahren in Innsbruck und Linz arbeitete er bei Firmen wie König, Liebherr und Hilti.


Schon in meiner Kindheit stand zu Hause ein Computer im Büro. Für uns Kinder war das damals faszinierend. Wir spielten einfache Spiele wie „Bricks“ oder „Microsoft Decathlon“, oft nur mit Schwarz, Weiß, Cyan und Magenta dargestellt oder überhaupt nur aus Textzeichen aufgebaut. Heute wachsen Kinder mit Minecraft, Fortnite oder Virtual-Reality-Welten auf, KI wird selbstverständlich in der Schule genutzt. Damals bestand ein Spiel oft nur daraus, möglichst schnell zwei Tasten zu drücken, damit eine Figur laufen konnte. Trotzdem war diese Welt für uns genauso beeindruckend wie heutige digitale Welten für die jetzige Generation.


Noch gut erinnere ich mich an das monotone Hämmern auf der Tastatur beim Zehnkampf-Spiel „Microsoft Decathlon“. Je schneller man tippte, desto schneller lief die Figur. Für den perfekten Sprung musste im exakt richtigen Moment eine weitere Taste gedrückt werden. Die Enttäuschung war groß, wenn man nach minutenlangem Hämmern am Ende des 1.500-Meter-Laufs doch zu langsam war.


Mein Vater versuchte uns dabei immer zu erklären, wie Computer eigentlich funktionieren, dass hinter Programmen wie Word oder Excel unzählige Stunden Programmierarbeit stecken. Besonders der Binärcode faszinierte ihn. Programmieren bedeutete für ihn das Zusammenspiel von mathematischen Formeln, englischen Begriffen und Programmiersprachen. Für ihn war Computertechnik nie etwas Selbstverständliches. Genau diese Faszination für die Anfänge der digitalen Welt ist ihm bis heute geblieben.


Geschichte archivieren
Weil sich die IT-Welt in wenigen Jahrzehnten unglaublich schnell verändert hat, begann Johann Fink vor vielen Jahren damit, die Geschichte der EDV in Vorarlberg zu dokumentieren. Er recherchierte, sammelte Daten, führte Interviews. Studenten der Fachhochschule Vorarlberg erarbeiteten ein Konzept, wie diese Entwicklung der Öffentlichkeit präsentiert werden könnte.


Heute ist diese IT-Geschichte im Wirtschaftsarchiv Vorarlberg in Feldkirch zu sehen. Dort wird dokumentiert, wie Unternehmen Digitalisierung einsetzten, welche Firmen entstanden oder verschwanden und wie stark Computer die Wirtschaft im Land veränderten. Geschichten und Dokumente aus der Vorarlberger Privatwirtschaft sind am Tag der offenen Tür einsehbar. (ice)


Tag der offenen Tür im Wirtschaftsarchiv Vorarlberg:

Das Wirtschaftsarchiv Vorarlberg ist Österreichs einziges regionales Wirtschaftsarchiv. Zum Internationalen Tag der Archive öffnet es am Mittwoch, 10. Juni 2026, seine Türen und bietet kostenlose Führungen an. Laufende Führungen finden von 9.30 Uhr bis 18 Uhr statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Gruppen ab fünf Personen werden um Anmeldung unter wirtschaftsarchiv-v@vol.at gebeten.