Widerstand? Nur im Ausland!


Seit 46 Jahren wird in Stockholm der Alternative Nobelpreis für herausragendes Engagement zu den dringendsten Herausforderungen unserer Zeit verliehen. U. a. in den Bereichen Umweltschutz, Menschenrechte, Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit, Frieden und Abrüstung, Aufklärung und Kampf gegen Korruption… Zwischen 2006 und 2016 kamen jährlich 3 PreisträgerInnen im Rahmen der „Projekte der Hoffnung“ nach Bregenz. Sie besuchten Schulen, waren in öffentlichen Veranstaltungen zu hören, manchmal waren auch PolitikerInnen zugegen. Das Land Vorarlberg unterstützte diese Initiative mit einem kleinen Beitrag, jährlich ca. zwischen 4.000 und 5.000 Euro. Von Landesseite war dann einmal zu hören, wie schön es wäre, wenn vielleicht auch eine Vorarlbergerin/ein Vorarlberger diesen Preis bekäme. 2010 war das dann der Fall. Bischof Kräutler wurde für seinen Widerstand gegen das zerstörerische Staudamm-Projekt Belo Monte in seinem Wirkungsland Brasilien ausgezeichnet. Wie groß war die Freude, wie stolz war man. Doch Brasilien ist weit weg. Sobald es Widerstand im eigenen Land gibt, aktuell u.a. bei der Schließung der Geburtenstation in Bludenz, bei der Tunnelspinne oder der Müllverbrennungsanlage der Rondo, ist das nicht mehr toll. Mehr als das: KritikerInnen werden als Verhinderer hingestellt, LandespolitikerInnen mutieren zu Wirtschaftslobbyisten oder signalisieren von vornherein, dass die Meinung von BürgerInnen (Volksbegehren Geburtenstation) irrelevant ist. Eine demokratiepolitisch äußerst bedenkliche Entwicklung.

Mag.ª Marielle Manahl
Initiatorin der Projekte der Hoffnung