Auf einem Schwarzweißfoto lächelt eine Frau in einem weißen Hemd.

Silvia Böhler

Billige Pflege gibt es nicht


Vergangene Woche stellten Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher und ihr Team eine weitere Datenerhebung zur Pflegesituation im Land vor.

Auf 500 Seiten werden die einzelnen Institutionen beleuchtet und erstmals auch Pflegeverläufe von Personen erfasst. Die Schlussfolgerung lautet:

Die mobile Betreuung und Pflege sollen ausgebaut werden. Mittlerweile ist allen klar, die Lebenserwartung der Menschen steigt, doch wir werden nicht unbedingt gesünder. Im Jahr 2050 wird sich die Zahl der 80-Jährigen verdoppelt haben, so die Prognose.


Möglicherweise sind sie dann nicht ganz gesund, leiden an einem schwachen Herz, Diabetes oder Demenz. Im Jahr 2024 wurden in Vorarlberg 16.000 Personen pflegerisch betreut. Seit rund vier Jahren steigt laut Rüscher die Zahl der betreuten Personen jährlich um rund 2,5 Prozent. Wer kümmert sich also in Zukunft um die alten und kranken Menschen? Die Unterbringung in einem Pflegeheim soll so lange wie möglich hinausgezögert werden. Denn erstens sind die vorhandenen Kapazitäten auf lange Sicht nicht ausreichend und zweitens ist es die teuerste Variante der Pflege. Laut Martina Rüscher wird das stationäre Angebot nur restriktiv ausgebaut, eine deutliche Aufwertung sollen hingegen die mobilen Dienste erhalten. Das könnte eigentlich eine Win-win-Situation sein. Die älteren Menschen könnten länger im gewohnten Umfeld – sprich zu Hause – bleiben und es werden wohnortnahe Arbeitsplätze geschaffen. So einfach ist es leider nicht – denn die mobilen Dienste sind heute laut Experten alles andere als professionell aufgestellt.


Demnach kochen aktuell viele Gemeinden noch ihr eigenes Süppchen, sowohl Mobile Hilfsdienste als auch Hauskrankenpflege sind als Vereine konzipiert, die Vorstände oft im Ehrenamt tätig und Mitarbeitende – meist Frauen – häufig weder ordentlich angestellt noch versichert. Aber auch wenn sich die strukturellen Bedingungen verbessern lassen, bleibt ein zentrales Problem bestehen: Personal fehlt in allen Bereichen und das wird sich so schnell nicht ändern. Es gibt zwar gute Ansätze der heimischen Ausbildung, wie die Pflegelehre, doch das wird den künftigen Bedarf nicht decken. Es bleibt eigentlich nur die Anwerbung aus dem Ausland, doch unser Land ist nicht berühmt für seine migrantenfreundliche Politik. Es liegt auf der Hand, hier gibt es noch viel zu tun. Ich bezweifle, dass sich, so wie von der Regierung vorgesehen, mit einer weiteren Verschiebung in Richtung mobiler Pflege großartig Kosten einsparen lassen. Die Menschen werden älter und kranker – das erfordert eine gute Pflege, der wiederum eine gute Ausbildung zugrunde liegen muss. Problematisch sehe ich zudem den restriktiven Ausbau der stationären Pflege. Gerade bei hohem Pflegebedarf ist diese Option von enormer Bedeutung.

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