Peitschenknall statt Pyrotechnik
Moderner Fasching mit Wurzeln in Frastanz
Foto: Dietmar Stiplovesk
„Wenn’s am Himmel nicht mehr kracht, dann ist trotzdem Schaaner Ried bei Nacht“: Das Faschingskomitee Frastanz geht heuer neue, zugleich sehr alte Wege und setzt beim „Schaaner Ried fahren“ vermehrt auf Brauchtum statt Feuerwerk.
„Wir wollten heuer bewusst zeigen, dass das ‚Schaaner -Ried-Fahren‘ aus sich selbst heraus wirkt“, sagt Alexander Payer, Obmann des Faschingskomitee Frastanz. „Das Schaaner Ried braucht kein großes Feuerwerk – es lebt vom Brauchtum.“
Mit diesem Anspruch wird der traditionsreiche Nachtumzug in Frastanz heuer auf neue, zugleich sehr alte Wege geführt. Wenn am Faschingsmontag die Dunkelheit hereinbricht und das Knallen der Geißler sowie das archaische Treiben der Züner durch die Gassen hallen, steht die Gemeinde ganz im Zeichen eines Brauchs, der seit mehr als hundert Jahren gepflegt wird.
Erstmals verzichtet das Faschingskomitee Frastanz dabei bewusst auf ein Feuerwerk. Für Obmann Alexander Payer ist das ein klares Bekenntnis zu einem zeitgemäßen Umgang mit Tradition. „Wir möchten noch intensiver ins eigentliche Brauchtum des Nachtumzugs eintauchen. Lärm, Masken und Bewegung erzählen genug – das ist moderner Fasching mit Wurzeln.“
Unterstützung kommt auch aus dem Rathaus. Bürgermeister Walter Gohm sieht im Schaaner-Ried-Fahren ein wichtiges kulturelles Erbe der Gemeinde. „Dieser Nachtumzug ist ein Stück Frastanzer Identität. Dass der Brauch weiterentwickelt wird, ohne seinen Charakter zu verlieren, zeigt, wie lebendig unsere Traditionen sind“, betont Gohm.
Ein zentrales Element bleibt das Ausrufen der Namen: Alle ledigen Frastanzerinnen ab 30 und ledigen Frastanzer ab 35 werden traditionell namentlich genannt. Diese Aufgabe übernimmt Vereinsmitglied Stefan Heinzle, selbst als Zunftrat aktiv. Neu ist heuer, dass die Betroffenen im Vorfeld persönlich um ihr Einverständnis gebeten wurden – Datenschutz auf frastanztaugliche Art. (pd)








