Budgetbeschluss in schwierigen Zeiten
Bürgermeister Martin Staudinger nimmt Stellung zum Budget 2026
Foto: Foto: Gemeinde Hard
Der Harder Bürgermeister Martin Staudinger kann die Kritik am Budget 2026 nicht nachvollziehen - zumal der Voranschlag mit breiter parteiübergreifender 2/3-Mehrheit beschlossen wurde.
Auch für Bürgermeister Martin Staudinger ist es kein „Wunsch-Budget“, aber zumindest konnte die von allen Mitgliedern des Gemeindevorstands und Finanzausschusses getragene Zielsetzung eines operativ ausgeglichenen Haushaltes letztlich erfüllt werden. Darlehen werden nur für langfristige Infrastrukturprojekte sowie -sanierungen aufgenommen. Der Gesamtschuldenstand inklusive ausgegliederter Betriebe steigt um rund 1,5 Millionen Euro beziehungsweise 3 Prozent.
Breite Zustimmung
Die im Blättle der vergangenen Woche geäußerte Kritik verschiedener Gemeindepolitiker kann Martin Staudinger nicht nachvollziehen, denn die Schritte und Maßnahmen seien in unzähligen Sitzungen diskutiert, akkordiert und schließlich beschlossen worden. „Sowohl die übliche Indexierung der Gebühren, aber gerade auch der größere Schritt im Parkraummanagement wurden von fünf Fraktionen gemeinsam beschlossen“, so der Bürgermeister. Umso befremdlicher sei es, wenn dann die Maßnahmen im Nachhinein kritisiert und zudem unwahre Behauptungen über das Budget verbreitet werden.
Mehr Geld für Vereine
Entgegen der Berichterstattung im Blättle steigen die Förderungen für Vereine weiterhin an. Obwohl viele Gemeinden hier Kürzungen zum Vorjahr umsetzen, steigen in Hard die Unterstützungen an Haushalte, Organisationen und Vereine um 233.300 Euro auf 2.902.200 Euro, das ist ein Plus von 8,7 Prozent. Sportvereine erhalten um 15,85 Prozent mehr, die Kultur um 3,84 Prozent (der Großteil geht an die Musikschule Hard sowie das Kammgarn). Die Mittel für Soziales, Gemeinschaftspflege, Ehrenamt und Wirtschaftsförderung steigen um 9,1 Prozent.
„In der Verwaltung konnten hingegen in den vergangenen Jahren einige Personalreduktionen vorgenommen werden, da Prozesse und Aufgaben besser, effizienter und moderner organisiert wurden“, erklärt Martin Staudinger. Im kommenden Jahr werde alleine im Bereich der Kinderbetreuung Personal aufgestockt.
Schulden reduziert
In den vergangenen fünf Jahren habe Hard trotz Pandemie, Energiekrise und Inflation strukturelle Reformen umgesetzt, mehrfach Schulden reduziert und Darlehensaufnahmen weitgehend vermieden. Einzig für das Großprojekt Strandbad wurde ein besichertes Darlehen aufgenommen.
Heute sehe die Situation nochmals anders aus, denn die Sparmaßnahmen von Bund und Land treffen mit geringeren Ertragsanteilen und reduzierten Förderungen alle Gemeinden Vorarlbergs. Bereits im Juni 2025 wurde in Hard ein Konsolidierungsprozess gestartet und eine Vielzahl an Ideen gesammelt. „Jene, über die Einigkeit bestand, wurden ins Budget 2026 aufgenommen, andere müssen die kommenden Monate weiterverfolgt werden“, so der Bürgermeister. Ein Budget entstehe nur durch Mehrheiten und die Bürger von Hard würden sich Zusammenarbeit wünschen, keinen Streit. Nun sei es Zeit, vier weitere Jahre zusammenzuarbeiten. (pd/red)





