Digitale Inhalte in realer Umgebung
Salonvortrag in der Villa Falkenhorst beschäftigte sich mit den Themen VR und AR
Foto: Otto Schwald
Geschieht Lernen in der Zukunft nur noch in virtuellen Wirklichkeiten?
Kürzlich fand in der Villa Falkenhorst ein weiterer Vortrag der vom Verein Villa Falkenhorst und der Volkshochschule Bludenz organisierten Vortragsreihe „Salonvorträge“ statt. Dabei entführte Raphael Zender, Professor an der Zeppelin-Universität Friedrichshafen, die zahlreich erschienenen Zuhörer in die Welt der Virtual und Augmented Reality (VR und AR). Dabei werden digitale Inhalte in die reale Umgebung eingeblendet oder reine virtuelle Räume geschaffen.
Der Einsatz dieser Technologien ist schon heute vielfältig und wird wohl in Zukunft noch deutliche weitere Kreise ziehen. In erster Linie werden sie heute in den Bereichen Konstruktion beziehungsweise Bildung in jeglicher Hinsicht eingesetzt. Die Anschaffung des dazu nötigen Equipments für Betriebe, Bildungseinrichtungen, aber auch für den privaten Raum sei inzwischen bereits durchaus erschwinglich, allerdings gebe es derzeit noch relativ wenige Programme.
Ein entscheidender Aspekt bei diesem Thema ist die Frage der (sinnvollen) Nutzung von VR und AR.
Als sehr positiv bewertete Zender die Anschaulichkeit, etwa in der Ausbildung mit praxisnahen Trainings (Flug-
simulatoren) oder dem Besuch von in der Realität gefährlichen Orten (AKW Tschernobyl). Mit Avatars könnten Gesprächssituationen oder auch die Beeinflussung durch die Raumumgebung simuliert werden. Die Auseinandersetzung mit etwas Neuem stellt zudem naturgemäß eine große Motivation dar. Negativ sei allerdings, dass die Technologie noch unausgereift und ihre Nutzung vielfach noch völlig technologiegetrieben, weniger didaktisch sei. Auch fehle es Lernenden und Lehrenden häufig an der nötigen Medienkompetenz und am
Verständnis von Interaktionsmustern.
Mensch nicht ersetzbar
Unbestritten ist, dass VR und AR das Lernen in beruflichen beziehungsweise an pädagogischen Einrichtungen vielfach erheblich erleichtern kann, da es ein aktives, praxisnahes und individuelles Lernen ermöglicht. Allerdings wurde – gerade in der an den Vortrag anschließenden Diskussion – deutlich, dass der Mensch in vielerlei Hinsicht wohl noch lange Zeit nicht ersetzbar ist, da Lernen in den meisten Fällen mit allen Sinnen erfolgt, wozu die virtuellen Wirklichkeiten (noch) nicht imstande sind. (os/gastbeitrag)








