Dornbirn muss sparen
Schuldenstand in der Messestadt erstmals über 200 Millionen Euro gestiegen
Foto: Werner Micheli
Die Dornbirner Stadtvertretung hat in ihrer jüngsten Sitzung den Rechnungsabschluss 2025 beschlossen.
Dabei steht auch die Messestadt, wie viele andere Gemeinden, vor der Herausforderung, dass die laufenden Ausgaben deutlich stärker steigen als die Einnahmen. Zwar weist der Ergebnishaushalt von Dornbirn für das Jahr 2025 ein positives Nettoergebnis aus, dieses ist jedoch laut Stadt wesentlich durch Sondereffekte geprägt. Rund 6,7 Millionen Euro stammen aus außerordentlichen, nicht nachhaltig wirksamen Einnahmen. Zusätzlich wurden Rücklagen in Höhe von rund 12,3 Millionen Euro aufgelöst, um den Haushalt auszugleichen. Ohne diese Einmaleffekte zeigt sich eine deutlich angespannte strukturelle Entwicklung.
Besonders ins Gewicht fallen gestiegene laufende Aufwendungen. Die Personalkosten in Verwaltung und Betrieben liegen rund 3,5 Millionen Euro über dem Voranschlag. Auch der Sachaufwand erhöhte sich spürbar, unter anderem durch höhere Instandhaltungen, steigende Kosten für Fremdleistungen sowie Mehrbelastungen bei Energie und Infrastruktur. Die Erträge beliefen sich 2025 auf 381,55 Millionen Euro, die Aufwendungen auf 373,47 Millionen Euro. Trotz eines weiterhin hohen Investitionsniveaus – inklusive Instandhaltungen wurden rund 48,2 Millionen Euro umgesetzt – gingen die Investitionen im Vergleich zum Vorjahr leicht zurück. Der Gesamtschuldenstand der Stadt Dornbirn lag Ende 2025 bei rund 203,1 Millionen Euro und damit um etwa 6,3 Millionen Euro beziehungsweise 3,2 Prozent über dem Vorjahr. Der Anstieg steht laut Stadt im Zusammenhang mit Investitionen in Infrastruktur, Bildung sowie Grund- und Objekterwerbe. Gleichzeitig verringern sich die finanziellen Spielräume weiter.
Bürgermeister Markus Fäßler betont, dass bereits ein Konsolidierungskurs eingeschlagen wurde: „Unser Ziel ist es, die finanzielle Stabilität langfristig zu sichern und gleichzeitig notwendige Investitionen weiterhin zu ermöglichen. Sollte sich die wirtschaftliche Lage nicht verbessern, werden wir zusätzliche Maßnahmen setzen müssen, um handlungsfähig zu bleiben.“ (pd)







