Drei Jahre Moordetektive & AMooRe
Arbeitsgemeinschaft Moordetektive
Foto: Pulswerk
Die Mittelschule Frastanz ist beim Citizen-Science-Projekt Moordetektive seit 2018 als eine von fünf Vorarlberger Schulen dabei. In den vergangenen drei Jahren wurde das Projekt im Auftrag des Landes Vorarlberg im Rahmen des EU-LIFE-Projekts AMooRe (Austrian Moor Restoration) durchgeführt. Dieses Projekt widmet sich dem Schutz und der Wiederherstellung der Moore in Österreich. Die Moordetektive sind darin der Baustein, der Wissenschaft, Naturschutz und Schule verbindet. Jedes Jahr im Frühsommer steht auf dem Wegrand im Frastanzer Ried eine Gruppe Jugendlicher, die Köpfe über Zählblättern, die Blicke auf die Wiese gerichtet. Sie zählen Zeigerpflanzen, Stück für Stück, entlang einer Strecke von 120 Metern. Was nach einer Schulübung aussieht, ist echte Wissenschaft. Die Zahlen der Schüler:innen der Mittelschule Frastanz fließen in ein Langzeitmonitoring ein, das Veränderungen in einem der sensibelsten Lebensräume Vorarlbergs sichtbar macht. Die Bilanz der letzten drei Jahre kann sich sehen lassen: Das Monitoring wurde Jahr für Jahr erfolgreich durchgeführt, sodass inzwischen eine verlässliche Datenreihe vorliegt. Gerade im Naturschutz sind solche Daten besonders wertvoll. Ob sich ein Lebensraum positiv entwickelt, lässt sich nur erkennen, wenn man über Jahre hinweg an denselben Stellen nach denselben Methoden hinsieht.
Im Mittelpunkt steht die Sumpf-Gladiole (Gladiolus palustris), eine Art, die vom Aussterben bedroht ist und im Frastanzer Ried noch vorkommt. Die Zählung ist eine Herausforderung: Die Pflanze blüht nur wenige Wochen zwischen Ende Juni und Mitte Juli, und die Riedflächen dürfen in dieser Zeit nicht betreten werden. Die Schüler:innen zählen deshalb vom Wegrand aus. Genaues Hinsehen, Geduld und Teamarbeit sind gefragt. Neben der Sumpf-Gladiole beobachten die Moordetektive auch die Sibirische Schwertlilie und mit Kescher, Lupe und Bestimmungsschlüssel erkunden sie außerdem die Tierwelt der Sponda-Weiher am Rand des Frastanzer Rieds.
Abseits der Daten bleibt noch etwas anderes: Naturerfahrung. Wer ein Moor einmal selbst erkundet hat, sieht es mit anderen Augen. Die Schüler:innen lernen wissenschaftliche Methoden kennen, arbeiten gemeinsam mit Biolog:innen und entdecken die Lebensräume direkt vor ihrer Haustür. Genau dieses Bewusstsein ist die Grundlage dafür, dass Moore auch in Zukunft geschützt werden.
Ein herzliches Dankeschön gilt den Schüler:innen und Lehrpersonen der Mittelschule Frastanz, dem Land Vorarlberg und dem EU-LIFE-Projekt AMooRe, die diese drei Jahre möglich gemacht haben. Wir freuen uns darauf, die Moordetektive fortzuführen, und hoffen weiterhin auf rege Beteiligung und Unterstützung durch Schulen und Gemeinden.
Weitere Infos:
www.moordetektive.at (pd)





