Ein Markt mit Geschichte
Dornbirns Innenstadt steht wieder im Zeichen des Martinimarkts
Foto: Paulitsch
Der Dornbirner Martinimarkt verbindet nostalgisches Flair mit gelebter Nächstenliebe und hält dabei eine alte Markttradition lebendig.
Wenn historische Gewänder das Stadtbild prägen und der Duft von Riebel und Maroni über den Marktplatz zieht, ist in Dornbirn wieder Martinimarkt. Der Ruf „Eduard, butz do Bart, z’Dorobiro ischt Martinimart!“ gehört dabei ebenso dazu wie die liebevoll geschmückten Stände und die „Lüt im alto Häß“. Die Wurzeln des Martinimarktes reichen dabei weit zurück. Im bäuerlichen Jahreslauf markierte der Martinstag das Ende der Erntezeit. Abgaben wurden fällig, Dienstboten wechselten ihre Arbeitsstellen und die Menschen versorgten sich vor dem Winter mit wichtigen Waren. Zugleich bot der Markt Gelegenheit, zusammenzukommen und nach arbeitsreichen Monaten gemeinsam zu feiern. Sein heutiges nostalgisches Gesicht erhielt der Dornbirner Martinimarkt im Jahr 1976 auf Initiative der Wirtschaftsgemeinschaft. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, im Sonntagsgewand der Großeltern zu erscheinen. Daraus entwickelte sich eine liebgewonnene Tradition: Hüte, lange Röcke und historische Anzüge lassen die Innenstadt alljährlich ein Stück in die Vergangenheit reisen. Doch hinter dem bunten Treiben steckt mehr als die Freude am Brauchtum. Namenspatron ist der heilige Martin, der seinen Mantel mit einem frierenden Bettler teilte. Diesen Gedanken tragen Schulen, Vereine und soziale Einrichtungen weiter. Sie verkaufen Selbstgemachtes und unterstützen mit ihren Einnahmen wohltätige Zwecke. So wird aus einem geselligen Markttag auch ein Zeichen der Hilfsbereitschaft. Am Freitag, 6. November, geht der Martinimarkt nun in seine 49. Auflage. Die „Lüt im alto Häß“ treffen sich um 8.48 Uhr bei Riebel, Kaffee und Sekt im Stadtmuseumspark, bevor Bürgermeister Markus Fäßler um 10 Uhr auf der Stiege des Roten Hauses den Markt eröffnet. Bis 20 Uhr locken Handwerk, Geschenkideen, regionale Köstlichkeiten und Musik. Ganslexpress und Nostalgiekarussell sorgen für Kindervergnügen. Der Eintritt ist frei. (mm)







