Gegen die Armut aufstehen

Caritas Vorarlberg zieht Bilanz und initiiert Bürgerrat


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    Ob wenig Chancen, wenig Teilhabe, Einsamkeit oder Neid-Debatten – Armut hat viele Facetten.

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    Walter Schmolly (re) und Claudio Tedeschi informierten zum Wirkungsbericht und dem Bürgerrat.

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Foto: Caritas/Philipp Müc

Die Caritas Vorarlberg hat ihren Wirkungsbericht präsentiert. Trotz vieler Bemühungen befürchtet sie auch in den kommenden Jahren eine wachsende Armut. Ein Bürgerrat soll nun Empfehlungen ausarbeiten.


2021 waren in Österreich noch 1,8 Prozent der Menschen von manifester Armut betroffen, 2024 waren es 3,7 Prozent - also eine Verdoppelung in drei Jahren. Auf Vorarlberg heruntergebrochen heißt das: Zumindest 14.000 Menschen müssen in manifester Armut, also mit schwerwiegenden Entbehrungen leben. Caritasdirektor Walter Schmolly: „Es gibt leider wenig Anlass für Optimismus, dass diese Situation sich in den nächsten Jahren entspannt. Im Gegenteil – es ist zu befürchten, dass die Armut sich weiter verschärfen wird, wenn nicht entschieden gegengesteuert wird.“


Caritas initiiert Bürgerrat 

Walter Schmolly hält der öffentlichen Hand zugute, dass viel getan werde, um Armut zu verhindern, beziehungsweise zu lindern. Aber angesichts der hohen Armutszahlen und weil eine weitere Verschlechterung zu befürchten sei, brauche es dringend zusätzliches Engagement, um dieser Entwicklung entgegenzutreten. „Denn Armut ist kein Schicksal, wir können und müssen etwas dagegen tun.“  


Um den Diskurs zwischen Zivilgesellschaft, Experten und Politik zu intensivieren, initiiert die Caritas deshalb einen Bürgerrat. Claudio Tedeschi, Leiter der Caritas-Kommunikationsabteilung erklärt: „Es geht darum, gemeinsam ein Bild davon zu entwickeln, was ein soziales Netz leisten muss, das niemanden zurücklässt und gleichzeitig verantwortungsvoll mit den Ressourcen unserer Gemeinschaft umgeht.“ Der Bürgerrat soll Empfehlungen für Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit erarbeiten.


Aufruf zur Beteiligung

Voraussetzung für einen Bürgerrat ist, dass zumindest 1.000 Bürger einen solchen fordern. Ab Mai steht die Unterstützungserklärung online und in Form physischer Unterschriftenlisten zur Verfügung, die Übergabe an das Land ist im Sommer geplant. Interessierte werden gebeten, sich unter konktakt@caritas.at
zu melden, damit sie rechtzeitig zum Start die Unterstützungserklärung zugeschickt bekommen. (pd)