„Ein Fischsterben ist absehbar“

Wasserqualität des Tisner Weihers ist schlecht

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    Der Tisner Weiher: Ein Juwel, das auch Naherholungs- und Begegnungsort für die Menschen sein könnte. 

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    Aktuell ist der Weiher in keinem guten Zustand. Eine besorgter Bürger wandte sich via Bürgerportal (schau.auf.feldkirch.at) mit Fotos an die Stadt.

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Fotos: sis / Screenshot

Der Tisner Weiher gilt als Naherholungsgebiet, doch nun droht ein erneutes Fischsterben. Maßnahmen sind dringen notwendig.

Überwuchert vom Pflanzen, das Wasser grün gefärbt, dazwischen schwimmen viele Fische. Dass sich der Tisner Weiher in keinem guten Zustand befindet, erkennen sogar Laien. Ein besorgter Bürger wandte sich via Bürgerportal mit Fotos an die Stadt Feldkirch und auch Wolfgang Wiesner von der Initiative Lebensraum Tisis war bereits öfter im Rathaus vorstellig. „Doch bisher hat sich nicht viel getan“, bedauert der Pensionist und wandte sich in Sorge an die Regionalzeitungen.

„Die Wasserqualität im Tisner Weiher ist alles andere als gut“, bestätigt auf Nachfrage Nikolaus Schotzko, Leiter des Landesfischereizentrums Vorarlberg. Er war vor Kurzem vor Ort und konnte sich ein Bild machen. „Der Einrinn in den Weiher ist offensichtlich mit hohen Nährstoffen belastet“, sagt Schotzko. Einen möglichen Grund dafür kennen sowohl der Experte als auch Elisabeth Pucher, Ortsvorsteherin von Tisis. Aufgrund der fehlenden Kanalisation der Häuser oberhalb des Weihers wird über einen Bach vieles, was nicht in natürliche Gewässer gehört, abgeleitet und in den Weiher geschwemmt. „Das kann zu brenzligen Situationen führen“, sagt Elisabeth Pucher. Konkret: Immer wieder kommt es zum Fischsterben im Weiher.

Derzeit spitzt sich die Situation wieder zu. Nikolaus Schotzko bestätigt: „Die anhaltende Trockenheit, die Sonneneinstrahlung und der mangelnde Wasseraustausch fördern das Wachstum der Algen. Es haben sich bereits viele Wasserpflanzen gebildet, die im Sommer zu Sauerstoffmangel führen werden. Ein Fischsterben ist absehbar.“ Das Landesfischereizentrum hat der Stadt deshalb Maßnahmen empfohlen. „Wir sind allerdings nur beratend tätig“, stellt Schotzko klar. Ob vorbeugende oder erst im Nachhinein Maßnahmen getätigt werden, liege im Ermessen der Stadt.

Zu viele Fische
Als kurzfristige Maßnahme empfiehlt der Experte einen Nachtspringbrunnen, der das Wasser umwälzen und abkühlen würde. Vor allem ist aber die deutliche Reduktion von Pflanzen und Fischen geboten. Im Tisner Weiher leben eine große Anzahl Goldfische und Koi. Nikolaus Schotzko ärgert sich: „Immer wieder kommt es vor, dass Menschen ihre Fische in öffentlichen Gewässern entsorgen. Das ist ein totaler Blödsinn. Die Fische vermehren sich unkontrolliert und verbreiten Seuchen.“ Der Tod der Tiere sei deshalb unumgänglich.

Langfristig sollte der Weiher entlandet, sprich von den abgesetzten Sedimenten befreit werden. Und will man nicht nur Symptom- sondern auch Ursachenbekämpfung unternehmen, muss ebenfalls in Sachen Kanalisation etwas verändert werden. (sb)