Offene Fragen bleiben


Als Anrainerin habe ich das UVP-Gutachten zur geplanten Abfallmitverbrennungsanlage „Energieautonomie Frastanz“ gelesen. Dabei fällt auf, dass zwar ausführlich beschrieben wird, wie Grenzwerte eingehalten und Emissionen kontrolliert werden sollen, die entscheidende Frage aber unbeantwortet bleibt:

Warum liegt dieses Projekt im öffentlichen Interesse?

Wo wird nachvollziehbar dargelegt, dass Vorarlberg zusätzliche Verbrennungskapazitäten benötigt? Welchen konkreten Nutzen haben Bevölkerung und Gemeinden? Stattdessen entsteht der Eindruck, dass vor allem die Energieversorgung eines Industriebetriebes im Mittelpunkt steht.

Verwunderlich ist auch, dass einerseits von Abfällen ohne gefahren-relevante Inhaltsstoffe gesprochen wird, andererseits aber regelmäßige Untersuchungen auf PFAS, PCB, PAK und Schwermetalle vorgesehen sind.

Kontrolle und Monitoring sind wichtig. Sie können jedoch eine vorsorgliche Prüfung nicht ersetzen. Der Eindruck entsteht, dass offene Fragen nicht ausreichend geklärt, sondern in die Zukunft verschoben werden: zuerst genehmigen, später messen.

Andrea Prestel
Frastanz