„Delphina und die drei Deserteure“

Vorarlberg Museum zeigt Ausstellung einer beeindruckenden Frau

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    Im Zentrum stehen persönliche Erinnerungsstücke, historische Dokumente und Fotografien aus dem Familienbesitz.

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    Delphina Burtscher wuchs im Großen Walsertal auf.

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Fotos: Rene Fischer / Privat

Seit Juli widmet sich eine Schau im vorarlberg museum Delphina Burtscher. Die Ausstellung (bis 21. März 2027) im Atrium „Delphina und drei Deserteure“ erzählt von Krieg und Widerstand, von Vertrauen und Verrat und vom familiären Zusammenhalt. 

Delphina Burtscher wurde 1926 auf einem abgelegenen Bergbauernhof in Küngswald oberhalb von Sonntag im Großen Walsertal geboren. Mit dem Nationalsozialismus und dem Zweiten Weltkrieg geriet ihre vertraute Welt aus den Fugen. Während Männer zum Kriegsdienst leisteten, blieb die Verantwortung für Hof und Familie häufig bei den Frauen zurück. 


Auch Delphinas Brüder Willi und Leonhard wurden zur Wehrmacht eingezogen. Nach dem Tod ihrer Mutter kehrten sie nach einem Heimaturlaub nicht mehr an die Front zurück. Gemeinsam mit dem ebenfalls desertierten Martin Lorenz, Delphinas Verlobtem, bauten sie während ihres einjährigen Versteckens im Wald eine Widerstandsgruppe auf. Für die Familie begann eine Zeit schwerster Verfolgung und wurde in „Sippenhaft“ genommen. Delphina war zu diesem Zeitpunkt erst 18 Jahre alt und schwanger. Gemeinsam mit ihrer Schwester Juliana wurde sie inhaftiert. Nach der Geburt ihrer Tochter Maria musste sie erneut ins Gefängnis. 
Die Befreiung nach Kriegsende im Juni 1945 bedeutete keineswegs das Ende des Leids. Die Familien der Hingerichteten kämpften über Jahre hinweg um Anerkennung und Entschädigung. Delphina Burtscher selbst ließ sich von den Schicksalsschlägen nicht brechen. (pd)