Reaktion von Wirtschaftslandesrat Tittler auf die
Ablehnung in Frastanz überrascht
Viele Bürgerinnen und Bürger dürfte es vielmehr erstaunen, wie leichtfertig hier berechtigte Bedenken abgetan werden. Ein Reststoff-Kraftwerk ist letztlich eine Müllverbrennung und bringt zusätzliche Belastungen für Luft, Gesundheit und Umwelt. Wer Versorgungssicherheit fordert, darf nicht gleichzeitig neue Gesundheits- und Umweltrisiken schaffen. Zukunftsfähige Energiepolitik bedeutet mehr als den Ersatz von Gas durch Verbrennung.
Der Ausstieg aus fossilem Gas ist notwendig und richtig. Auch energieintensive Betriebe brauchen Planungssicherheit. Doch der Ersatz durch ein Reststoff-Kraftwerk – also letztlich Müllverbrennung – ist keine zukunftsfähige Lösung für unsere Region. Ein erheblicher Teil des Mülls besteht aus fossilen Materialien wie Kunststoff – ihre Verbrennung verursacht weiterhin hohe CO2-Emissionen. Damit wird das Problem nicht gelöst, sondern lediglich verlagert und verstärkt.
Stattdessen sollten konsequent Alternativen geprüft und umgesetzt werden: die Nutzung von Abwärme, der verstärkte Einsatz erneuerbarer Energien, Elektrifizierung von Prozessen oder innovative Technologien für klimafreundliche Prozesswärme. Diese Ansätze sind langfristig nachhaltiger und vermeiden zusätzliche Belastungen für Mensch und Umwelt. Denn es geht nicht nur um Energiepolitik, sondern auch um unsere Gesundheit, saubere Luft und den Schutz unseres Trinkwassers. Gerade in einer sensiblen Region wie Frastanz müssen solche Aspekte besonders sorgfältig abgewogen werden.
Auch die Nähe zum Natura 2000-Gebiet darf nicht relativiert werden. Diese Schutzräume stehen für den Erhalt wertvoller Lebensräume – sie sind ein Auftrag, verantwortungsvoll mit unserer Umwelt umzugehen.
Die Gemeindevertretung in Frastanz hat hier eine wichtige Verantwortung übernommen. Ihre ablehnende Haltung zeigt, dass lokale Interessen, Lebensqualität und nachhaltige Entwicklung ernst genommen werden. Gemeinden sind nicht nur Begleiter von Projekten, sondern auch Schutzinstanz für ihre Bevölkerung und ihren Lebensraum.
Raus aus Gas – ja. Aber bitte mit Lösungen, die langfristig tragen: ohne Müllverbrennung, ohne neue Umweltbelastungen und mit echtem Blick in die Zukunft.
Andrea Prestel, Frastanz



