Auf einem Schwarzweißfoto lächelt eine Frau in einem weißen Hemd.

Silvia Böhler

Schrecklicher Start ins neue Jahr


Die meisten haben vermutlich einen friedlichen Jahreswechsel erlebt. Doch einige von uns sind längst keine Fans mehr von Silvester. Jedes Jahr schauen wir aufs Neue fassungslos auf die schrecklichen Unfälle, Verwüstungen und das Leid, das die vielen Sprengkörper verursachen.

Schockierend die Bilanz der Silvesterparty im schweizerischen Crans-Montana. 40 junge Menschen verbrannt, über 100 schwer verletzt. Schockierend auch die ohrenbetäubenden Spreng-Orgien hierzulande, die alljährlich Wild- und Heimtiere in Panik versetzen und für zahlreiche Verletzte sorgen. Abgetrennte Finger und Hände, Verbrennungen am ganzen Körper - Polizei, Rettung und Feuerwehr ziehen österreichweit eine schreckliche Bilanz mit deutlich mehr Einsätzen als in den Jahren zuvor. Einzig in Vorarlberg spricht die Polizei von einer vergleichsweise ruhigen Nacht.

Eine Gesichtsverletzung in Dornbirn, zwei Burschen (12 und 14 Jahre) verletzt in Höchst, drei Müll- und ein Glascontainer gesprengt in Bürs, zahlreiche Brände, die aber rasch gelöscht werden konnten. 40 Personen angezeigt und 73 Kilogramm pyrotechnische Artikel sichergestellt. Das sind einige Beispiele, insgesamt verzeichnete die hiesige Polizei 368 Einsätze. Kann das als positive Bilanz gewertet werden?


Jahr für Jahr wird auf den Umgang mit Feuerwerkskörpern hingewiesen und vor möglichen Gefahren gewarnt. Mittlerweile ist das Abfeuern von Feuerwerkskörpern mancherorts sogar ganz verboten. Doch kaum jemand hält sich daran. Kinder und Jugendliche lassen es schon Tage vor Silvester krachen und sind nicht selten im Besitz von Böllern, die eigentlich nicht in ihre Hände gehören. Aber auch Erwachsene feuern Raketen ab, wo und wann sie wollen. Der Großteil zündet sie unsicher in Sektflaschen oder am Boden und an Silvester kommt noch reichlich Alkohol dazu. Kinder sind beim Zünden natürlich dabei und halten nur selten ausreichend Abstand. Die Polizei ist bemüht, kann aber nicht überall sein, und so bleibt seit Jahren nur der Appell an die Eigenverantwortung. Glücklich, wer die Nacht gesund übersteht – leider gilt das nicht für alle.


Mit Silvester beginnt ein neues Jahr - ein symbolischer Neuanfang. Das Thema „Silvesterknallerei“ sollte uns aber auch nach der ersten Jännerwoche beschäftigen. Es ist höchte Zeit, dass endlich Alternativen vorgeschlagen werden. Weniger gefährlichere und deutlich leisere – den Kindern und Jugendlichen, Einsatzkräften, Tieren und der Umwelt zuliebe. Denn schließlich sollen alle gut ins neue Jahr starten können.

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