Auf einem Schwarzweißfoto lächelt eine Frau in einem weißen Hemd.

Silvia Böhler

Vandalismus betrifft uns alle


Beschmierte Wände und Bushaltestellen gehören inzwischen schon zum Alltag. Was oft als dummer Lausbubenstreich abgetan wird, ist in Wahrheit ein ernstes Problem. Besonders alarmierend ist, dass die Hemmschwelle immer weiter sinkt. Die jüngsten Beispiele zeigen, wie weit manche inzwischen gehen: In Bregenz wurden jahrhundertealte Bäume mutwillig mit Salz vergiftet, in Lauterach und Schwarzach mobile WCs in die Luft gesprengt und in Hohenems seit Jahresbeginn zahlreiche Glasscheiben zerstört. Das sind keine „harmlosen“ Sachbeschädigungen mehr. Wer so handelt, nimmt bewusst Schäden und sogar mögliche Verletzungen anderer Menschen in Kauf.

Die Folgen tragen am Ende nicht die Täter allein, sondern wir alle. Die Reparaturen kosten die Gemeinden jedes Jahr viel Geld - Geld, das an anderer Stelle fehlt. Abgesehen davon fehlen nun schattenspendende Bäume oder ein WC beim Beachvolleyplatz. Die Gemeinde Schwarzach sieht aufgrund der schweren Schäden von einem Ersatz ab. Das heißt, wer mutwillig fremdes Eigentum und öffentliche Einrichtungen zerstört, zerstört also auch ein Stück unserer Lebensqualität.
Die Reaktionen zeigen, das Problem wird ernst genommen. Lauterach setzt gemeinsam mit der Polizei auf verstärkte Präventionsarbeit an Schulen. Andere Gemeinden appellieren an die Bevölkerung, Hinweise zu geben. Hohenems hat sogar eine Belohnung von 1.000 Euro ausgesetzt, und in Lochau werden öffentliche Plätze mit Videokameras überwacht.

Am Kern des Problems ändert das freilich nichts. Was treibt die meist jugendlichen Täter zum Vandalismus an? Frust, Protest, Langeweile, zu viel Alkohol oder Gruppenzwang? Natürlich testen Jugendliche ihre Grenzen aus und übertreten so manche Regel, aber auch das hat Grenzen. Vielleicht sind hier die Eltern in der Pflicht – doch Erziehung ist die eine Seite, Eigenverantwortung die andere. Niemand wird gezwungen, Bäume zu vergiften oder öffentliche Einrichtungen zu sprengen. Wer mutwillig zerstört, muss deshalb auch die Konsequenzen tragen – sei es durch Geldstrafen, gemeinnützige Arbeit oder sogar Gefängnis.

Denn Vandalismus ist kein Kavaliersdelikt, sondern rücksichtslos gegenüber uns allen.