Vom Mut zur Endlichkeit
Vortragsreihe der Hospiz Vorarlberg über Endlichkeit, Vertrauen und Lebensmut
Foto: Rutishauser / Oliver Bodmer
Eine Vortragsreihe des Hospizes Vorarlberg lädt dazu ein, der eigenen Sterblichkeit ins Auge zu sehen – nicht mit Angst, sondern mit Neugier und Vertrauen und auf der Suche nach Sinn.
Am 15. Jänner eröffnet um 19 Uhr in der Aula Bernardi des Klosters Mehrerau der Jesuit Christian Rutishauser die Reihe. Wie der junge Mensch nach dem Sinn des Lebens fragt, so fordert das Sterben heraus, es zu deuten. Sinn und Deutungsangebote gibt es viele. Billige Vertröstungen aber sind eine vertane Chance. „Vielleicht“, sagt Rutishauer, „hilft ein Blick auf die Geburt und den Eintritt ins Leben, um zu erfassen, was Endlichkeit bedeutet und wie Sterben gestaltet werden kann.“ Rutishauser ist Professor für Judaistik und Theologie an der Universität Luzern, wo er auch das Institut für jüdisch-christliche Forschung leitet.
„Sagen Sie alle Termine ab“
Wie geht ein Priester mit einer Diagnose um? Welche Ängste machen ihm zu schaffen? Woraus schöpft er Hoffnung? Der Jesuit Andreas Batlogg hatte im September 2017 eine Sabbatzeit geplant. Dann machte eine Krebsdiagnose alle Pläne zunichte. Wie es ihm erging, als er statt in die USA und nach Israel zu reisen, monatelange Chemo- und Strahlentherapie und vier Operationen auf sich nahm, erzählt der gebürtige Lustenauer am 28. Jänner ab 19 Uhr in der Aula Bernardi.
Innere Stärke
Wie entsteht Resilienz und warum ist sie in Krisen, Abschied und Begleitung unverzichtbar? Helga Kohler-Spiegel lehrte bis 2025 Human- und Bildungswissenschaften an der Pädagogischen Hochschule Vorarlberg. Sie spricht am 4. Februar ab 19 Uhr darüber, was Menschen befähigt, trotz Belastung, Verlust oder Erschütterung handlungsfähig und zuversichtlich zu bleiben. Resilienz versteht sie nicht als individuelles „Stehaufmännchen“-Phänomen, sondern als innere Haltung, die aus Beziehung, Sinn und Selbstwirksamkeit wächst.
Unser kostbarstes Gut
„Obwohl wir davon reden, dass wir Zeit haben, zeigt sich darin ein tiefes Missverständnis“, ist Barbara Knittel überzeugt. „Wir leben in der Zeit mit den unterschiedlichsten Erfahrungen: schnell, dahinschwindend oder sehr gedehnt, oder vertieft im Augenblick. Zeit hat die Endlichkeit in sich und darin liegt die Chance, sich einzuüben in Zeit und Endlichkeit. Die Theologin und Psychotherapeutin referiert am 4. März ab 19 Uhr in der Aula Bernardi.
Eintritt ist frei
Alle Vortragenden verzichten auf Ihr Honorar. Der Eintritt ist frei. Spenden sind willkommen. Der Reinerlös der Veranstaltungen kommt zur Gänze dem Hospiz Vorarlberg zugute. Die vier Abende moderiert Thomas Matt. (pd)





