Abschluss Projekt Alpflug
Fotos: Monika Bischof, Biosphaerenpark Großeswalsertal
Im Sommer 2025 wurde im Biosphärenpark Großes Walsertal das Projekt „Alpflug“ erfolgreich von 17 Alpen umgesetzt. Gefördert über den Biodiversitätsfonds konnten auf rund 70 Hektar Alpfläche Schwendarbeiten durchgeführt werden, die sowohl der Förderung der Artenvielfalt als auch der Erhaltung der alpinen Kulturlandschaft dienen. Die Landbewirtschaftung seit der Besiedelung durch die Walser hat in weiten Teilen des Großen Walsertals „künstliche“ Offenlandschaften geschaffen, deren Artenreichtum und Leistungsfähigkeit nur durch extensive aber kontinuierliche Nutzung und Pflege erhalten bleiben. Investitionen in die Offenhaltung der Alpflächen sind dabei alles andere als Nostalgiepflege: Sie bilden eine wirtschaftliche Grundlage für Landwirtschaft und Tourismus, sichern Nährstoff- und Wasserhaushalt, schützen vor Erosion und Lawinen und prägen zugleich Identität und Kultur im Großen Walsertal. Kapital und Rendite eines hier weit verbreiteten Ökosystems für die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung im Tal. Vor diesem Hintergrund wurde zum Erhalt dieses Ökosystems im Großen Walsertal eine Förderung aus dem Biodiversitätsfonds beantragt und bewilligt. Ziel des Fonds ist es, die biologische Vielfalt zu fördern und damit die natürlichen Grundlagen für Mensch und Natur zu sichern. Im Sommer 2024 wurden in enger Zusammenarbeit mit den Alpbewirtschafter:innen der beteiligten Alpen die konkreten Maßnahmen zur Umsetzung des Projekts festgelegt: von der Flächenauswahl über die Beschreibung der Maßnahmen bis zur Abschätzung des Arbeitsaufwands. Als Leit- und Schirmart sowie Namenspatron des Projekts ist das Birkhuhn ein typischer Bewohner der alpinen Höhenstufe. Im Großen Walsertal kommen stabile Bestände vor, die besonders von einer vielfältigen und offenen Alplandschaft profitieren. Durch gezieltes Auslichten, jedoch keinen Kahlschlag, von zugewachsenen Zwergstrauch-, Gebüsch- und Jungwaldbeständen (Schwenden) und anschließende extensive Beweidung kann ein Lebensraum mit einer vielfältigeren Struktur geschaffen und bewahrt werden. Diese Maßnahmen haben nicht nur positive Auswirkungen auf die Lebensraumqualität der Birkhühner, aber auch zahlreiche andere Arten. Im Sommer und Herbst 2025 wurden 103 Flächen in aufwändiger Handarbeit umgesetzt. Die Verantwortung dafür lag direkt bei den Alpen und Alpgemeinschaften, die für ihren Einsatz eine Vergütung entsprechend der umgesetzten Maßnahmenflächen erhalten. Insgesamt können so über 150.000 Euro an Fördermitteln mit dem Projektschluss im Dezember direkt an die beteiligten Alpen ausgezahlt werden. An vielen Orten packten neben dem Alppersonal auch die Besitzer:innen und zahlreiche Freiwillige mit an. Durch gezielte Maßnahmen wurden die Lebensräume des Birkwilds im Biosphärenpark verbessert, wiederhergestellt und besser vernetzt. Gleichzeitig wurde die Alpwirtschaft als wichtiger Partner für die Offenhaltung und Pflege der alpinen Kulturlandschaft gestärkt. Das Projekt Alpflug wird durch den Biodiversitätsfonds des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft gefördert. Ebenso haben dankbarerweise die Verwaltungsorganisationen auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene die Umsetzung immer wohlwollend und professionell unterstützt. Ein großer Dank auch an das Team von Naturraumplanung Egger, welche die naturschutzfachliche Begleitung übernommen haben. Die Vielzahl der beteiligten Akteure zeigt, dass ein Projekt dieser Art ohne den Status als Biosphärenpark und die damit verbundenen personellen Ressourcen im Tal kaum möglich wäre. Den größten Dank verdienen die Älpler:innen und Helfer:innen, die mit ihrer Arbeit auf den Alpen den entscheidenden Beitrag geleistet haben. Sie sind das Herz dieses Projekts und tragen mit ihrer Arbeit zum Leben im Einklang mit der Natur ganz entscheidend bei. Mehr als 50 Älpler:innen und deren Helfer:innen folgen am 9. Dezember 2025 der Einladung diesen wertvollen Beitrag für die Pflege unseres Lebensraumes im biosphärenpark.haus zu feiern. Unter den Gästen auch Landesrat Christian Gantner. (pd)





