Aus für Forensische Ambulanz
Wichtige Einrichtung des ifs in Rankweil wird eingestellt
Foto: LKH Rankweil
Aufgrund fehlender finanzieller Rahmenbedingungen wird die forensische Anstalt am LKH Rankweil Ende März schließen.
Die Forensische Ambulanz betreut Menschen nach der Haftentlassung, bei denen im Zusammenhang mit einer Straftat eine psychische Erkrankung oder schwere Persönlichkeitsstörung festgestellt wurde. Auf Basis gerichtlicher Weisungen sorgt sie für die Kontrolle von Medikamenten, psychotherapeutische Begleitung, psychiatrische Behandlungen sowie Risikoeinschätzungen. Ziel ist es, Rückfälle zu verhindern, Krisen frühzeitig zu erkennen und den Übergang in ein selbstständiges Leben zu unterstützen. Durchschnittlich wurden jährlich rund 35 Personen behandelt.
Die Schließung beendet damit rund 20 Jahre Tätigkeit des zuständigen Instituts für Sozialdienste (ifs) in diesem Bereich am Standort Rankweil. „Über mehrere Monate hinweg haben wir versucht, Lösungen zu finden. Wir haben deutlich gemacht, dass die bestehende Finanzierung nicht ausreicht, um den hohen fachlichen und personellen Anforderungen gerecht zu werden“, erklärt ifs Geschäftsführerin Martina Gasser in einer Aussendung. „Mit den vom Bund zur Verfügung gestellten Mitteln ist es uns nicht möglich, ausreichend Fachpersonal zu gewinnen und die Ambulanz in der notwendigen Qualität weiterzuführen.“ Erschwerend kommt hinzu, dass der bisherige Leiter die Einrichtung verlassen hat und die jährliche Strukturförderung des Landes eingestellt wurde. „Unter diesen Voraussetzungen konnten wir keine Verantwortung für den Weiterbetrieb übernehmen“, so Gasser.
Vorarlberg ist damit neben dem Burgenland das einzige Bundesland ohne Forensische Ambulanz. „Die Bedeutung dieser Arbeit ist aber unbestritten, gerade für die nachhaltige Stabilisierung und Rückfallprävention der Betroffenen“, betont Gasser. Auch Gerichtsgutachter Reinhard Haller hat sich deshalb gegen eine Schließung ausgesprochen. Gegenüber den VN sagte er: „Es wird bei jenen gespart, die als Straftäter und psychisch Kranke doppelt stigmatisiert und in der sozialen Rangordnung ohnehin schon ganz unten sind.” Ihre Weiterbetreuung im Rahmen der forensischen Ambulanz sei für die Sicherheit der Gesellschaft von großer Relevanz gewesen. (mm/pd)






