Wie gutes Wohnen im Alter gelingt

Es braucht ein ganzes Dorf, um in Würde älter zu werden

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    Die Podiumsteilnehmenden Eva Lingg-Grabher, Brigitte Trautz, Franz Kolland, Walter Gohm und Eva-Maria Hochhauser-Gams. (v. l.)

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    In Bludenz wurde über Wohnformen im Alter diskutiert.

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Foto: V:Süd

Beim Symposium der ARGE V:Süd in Bludenz diskutierten Gemeinden, Experten und soziale Organisationen darüber, wie gutes Wohnen im Alter gelingen kann. Im Fokus standen neue Wohnformen, soziale Beziehungen und die Frage, wie Gemeinden gemeinsam Verantwortung übernehmen können.


Die Region steht vor großen Veränderungen: Die Zahl der über 80-Jährigen wird sich bis 2050 verdoppeln. Viele ältere Menschen leben bereits heute allein und oft in Wohnsituationen, die im Alter schwer zu bewältigen sind. Deshalb ist es wichtig, sich frühzeitig mit alternativen Wohnformen zu befassen und vorhandene Handlungsspielräume rechtzeitig zu nutzen.


Ein schmales Zeitfenster

Franz Kolland, Leiter des Kompetenzzentrums für Gerontologie und Gesundheitsforschung der Karl Landsteiner Universität in Krems, zeigte in seinem äußerst unterhaltsamen Vortrag, dass Menschen in ihren 60ern am ehesten bereit sind, die Wohnsituation aktiv zu verändern. „Das ist ein äußerst schmales Zeitfenster.“ Den Mobilen Hilfsdiensten und Krankenpflegevereinen kommt eine besondere Bedeutung zu. Da sie nah an den Menschen sind, erkennen sie sehr früh, wenn sich der Bedarf eines Einzelnen verändert und eventuell auch eine Änderung der Wohnsituation notwendig sein kann. Brigitte Trautz vom Krankenpflegeverein Jagdberg berichtete aus ihrem Alltag: „Meist kommt es erst zu Veränderungen, wenn es zu Hause wirklich gar nicht mehr geht – aber dann gibt es oft nicht mehr viele Optionen. Ist das wirklich erstrebenswert?“


Fokus auf das Miteinander

In der Podiumsdiskussion wurde auch beleuchtet, was den Übergang in eine andere Wohnform für die einzelnen Menschen erleichtern könnte. Hier sind kreative Lösungen gefragt. Die besten Ideen nützen jedoch nichts, wenn die Bevölkerung sie nicht annehmen möchte. Bei der Entwicklung neuer Wohnformen müssen daher immer die Bedürfnisse der Menschen im Mittelpunkt stehen. „Da spielt die Bauform aber eine untergeordnete Rolle“, betonte Kolland. „Am wichtigsten sind die sozialen Beziehungen – diese erhöhen die Lebensqualität in den späteren Jahren enorm.“


Gemeinden als Gestalter

Für Gemeinden ergeben sich daraus klare Aufgaben. Sie können Begegnungsräume schaffen, Nachbarschaften stärken und Wohnumfelder so gestalten, dass ältere Menschen länger selbstständig leben können. „Aber keine Gemeinde muss alles allein lösen“, so Andrea Schwarzmann, Obfrau der Regio Großes Walsertal, „Regionale Kooperation macht uns alle effizienter und handlungsfähiger.“ Am Nachmittag boten Exkursionen einen praktischen Einblick in unterschiedliche Wohnformen – von generationenübergreifendem Wohnen über betreute Anlagen bis hin zu Quartieren, in denen konkret überlegt wurde, wie Begegnung und Austausch gefördert werden können. Die Beispiele zeigten, wie vielfältig die Möglichkeiten in der Region bereits sind und wie sehr der Blick in bestehende Projekte neue Ideen anregen kann. (pd)


Kooperationspartner V:Süd

• Regio Großes Walsertal 

• Regio Im Walgau

• REGIO Klostertal-Arlberg

• Stadt Bludenz

• Stand Montafon

• Region Brandnertal – Gemeinden Brand und Bürserberg