Aus für Traditionsbetrieb in Satteins
Wegen fehlender Nachfolge muss Maßhemden-Hersteller Duelli sein Unternehmen schließen
Foto: Duelli
Über hundert Jahre reichen die Wurzeln des Satteinser Unternehmens „Duelli – das feine Hemd“ zurück. Mit Ende Februar ist jedoch Schluss.
Das letzte Hemd hat bekanntlich keine Taschen. Bei Peter Duelli hat dieser Satz aber eine andere Symbolik. Ende Februar wird er das letzte Hemd nähen und sich dann in die Pension zurückziehen. Für das Traditionsunternehmen, das der Satteinser in der dritten Generation führt, bedeutet dies jedoch das Aus. In einem Gespräch mit den VN bestätigt der Inhaber, dass der Betrieb dann geschlossen wird. Damit geht nach über hundert Jahren eine Ära zu Ende. Dass der Betrieb nicht weitergeführt wird, liegt unter anderem daran, dass für den kleinen, aber feinen Betrieb kein Nachfolger beziehungsweise keine Nachfolgerin gefunden werden konnte.
Dazu komme, dass es immer schwieriger werde, das dafür notwendige Fachpersonal zu rekrutieren. Außerdem werde es immer schwieriger, technische Service-Dienstleistungen für die gewerblichen Nähmaschinen in Vorarlberg zu finden. Abgesehen davon hat sich auch das Kundenverhalten in den vergangenen Jahren verändert. Tausende Hemden wurden jährlich in fast reiner Handarbeit gefertigt. In gleichbleibend hoher Qualität und nach Maßanfertigung. Über 300 Stoffmuster standen dafür zur Verfügung.
1924 Betrieb gegründet
Der Grundstein für den Handwerksbetrieb wurde im Jahr 1924 gelegt, als Peters Großeltern Marianne und Alois Duelli den Betrieb in Satteins gründeten. Später übernahm dann Stefan Duelli den Betrieb, ehe dessen Sohn Peter im Jahr 1991 in die Fußstapfen trat. Zum Höhepunkt habe Duelli Hemden gut 20 Mitarbeitende gehabt. Man habe eine Kundenkartei mit über 7.000 Kontakten geführt und auch Firmenkunden weit über die Landesgrenzen hinaus betreut. In Satteins endet bald eine Ära, die über 100 Jahre vor allem die Männerwelt sehr zu schätzen gelernt hat. (red)






