Ehrenamtliche „retten“ Kirche
St. Laurentius Kirche in Bludenz kann dank freiwilligem Engagement offen bleiben
Foto: Kath. Kirche Vorarlberg
Die Verantwortlichen der Pfarrgemeinde Hl. Kreuz können vorerst aufatmen. Denn nach einem verzweifelten Aufruf meldeten sich gleich zehn Ehrenamtliche.
„Hat die St. Laurentiuskirche Zukunft?“ Unter diesem Titel lud die Pfarrgemeinde Hl. Kreuz vergangenen Freitag zu einer öffentlichen Veranstaltung in die Kirche. Hintergrund war, dass durch fehlende finanzielle und personelle Ressourcen der Fortbestand des Gotteshauses nicht mehr gesichert war. Sogar eine Schließung der altehrwürdigen Kirche drohte. Rund 200 Personen kamen zur Veranstaltung, um sich über die Situation vor Ort ein Bild zu machen. Für die Pfarrgemeinde Heilig Kreuz sprach Gemeindeleiter Thomas Folie: „Eine Pfarrgemeinde lebt von Menschen, die Verantwortung übernehmen und sich konkret einbringen. Ohne freiwillige Mitarbeit und ohne tragfähige Interessensgruppen sei es langfristig nicht möglich, mehrere Kirchen und Liegenschaften sinnvoll zu betreiben und zu erhalten.“ Seine Botschaft war klar. „Wir tragen gemeinsam die Verantwortung für offene Kirchen.“
Nur 5.000 Euro pro Jahr
Wie es um die Kirche finanziell bestellt ist, erläuterte Altbürgermeister Othmar Kraft. „Für die Laurentiuskirche stehen aktuell lediglich rund 5.000 Euro pro Jahr zur Verfügung – ein Betrag, der lediglich das absolut Notwendige abdeckt. Der Kirchenbeitragsanteil für die gesamte Pfarre Heilig Kreuz beläuft sich derzeit auf etwa 73.000 Euro jährlich, ist jedoch rückläufig, während die Kosten für Energie, Erhaltung und Facharbeiten kontinuierlich steigen.“ Allein der jährliche Betriebsaufwand liege bei 22.000 Euro.
Weitere Wortmeldungen kamen von Christof Thöny (Geschichtsverein Bludenz), Alfons Feuerstein (Tourismusverein Bludenz), Michael Konzett (Bereich Kultur) sowie Markus Fulterer vom Diözesanbauamt. Sie zeigten historische, touristische, kulturelle und bauliche Perspektiven auf und machten deutlich, dass die Laurentiuskirche weit über ihre kirchliche Funktion hinaus Bedeutung für die Stadt Bludenz hat. Konkret meldeten sich im Laufe des Abends zehn Personen, die bereit sind, künftig ehrenamtlich in Bereichen wie Reinigung, Technik, Hausmeistertätigkeiten und Pflege mitzuarbeiten. Zudem signalisierten mindestens vier Institutionen Interesse an möglichen Kooperationen. Auch alternative Finanzierungsideen wurden eingebracht, wenngleich noch ohne konkrete Zusagen. Zum Abschluss wurde der weitere Prozess vorgestellt. In den kommenden Wochen erfolgt eine pfarrliche und diözesane Auswertung der Ergebnisse. Interessierte Personen, Vereine und Institutionen werden kontaktiert, zudem ist die Gründung einer Steuerungsgruppe „Zukunft St. Laurentiuskirche Bludenz“ geplant. Das schlimmste Szenario scheint damit abgewendet und das Gotteshaus eine Zukunft zu haben. (dh)
Info: Weitere Informationen sind auf www.pfarre-heilig-kreuz.at sowie telefonisch oder persönlich im Pfarrbüro Heilig Kreuz erhältlich.







