Stiller Protest gegen Anlage

Die geplante Müllverbrennungsanlage der Firma Rondo Ganahl sorgt weiter für Proteste

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    Mit Transparenten ausgerüstet, protestierte die Bewegung vor dem Feuerwehrhaus.

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    Jalousien, Türen und Fenster blieben geschlossen, kritisieren die Protestierenden.

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Fotos: Manuela Zech

In Frastanz haben vergangenen Donnerstag über 250 Menschen gegen den geplanten Bau einer Müllverbrennungsanlage protestiert.

Die Firma Rondo Ganahl plant, auf ihrem Betriebsgelände ein Reststoffkraftwerk zu errichten, die für eine unabhängige Energieversorgung des Unternehmens sorgen soll. Bisher setzt der Wellpappespezialist sowie Papierhersteller in erster Linie auf Gas als Energiequelle. Rondo will mit dem Kraftwerk, in dem Abfälle verbrannt werden sollen, und dem Ausbau des Nahwärmenetzes den entscheidenden Schritt raus aus der Verwendung fossiler Energieträger wie Öl und Gas machen und so einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Drei Bürgerbewegungen
Viele Anwohner und Bürger aus der Umgebung sehen dies aber anders. So haben sich bereits drei Bürgerbewegungen, die gegen den Kraftwerkbau sind, gebildet. Neben den „Besorgten Bürgern und Bürgerinnen“ und den „SOS Walgau“ hat sich nun auch ein privater Bürgerzusammenschluss formiert, der am vergangenen Donnerstag zum stillen Protest aufrief. „Raus aus Gas - rein in die Abfallverbrennung. Ist es sinnvoll, in einer Zeit, in der sparsam mit Ressourcen umgegangen werden soll, diese zu verbrennen?“, fragt etwa Manuela Zech, eine der Organisatoren des Protestes. Mit Transparenten ausgerüstet protestierte die Gruppe friedlich und ohne Zwischenfälle vor dem Feuerwehrhaus. Dieser Ort wurde deshalb gewählt, weil die Firma Rondo Ganahl zeitgleich im Feuerwehrhaus die Gemeindevertretung über das Projekt informierte – die Bevölkerung war dazu nicht eingeladen.

„Wir werden nicht gehört“
Laut Angaben der Organisatoren nahmen rund 250 bis 300 Personen an der Kundgebung teil. Für einige Teilnehmer „stinkt es jetzt schon zum Himmel“, was hinter den (verschlossenen) Türen besprochen wird. „Jalousien, Rollläden und Türen waren geschlossen – ein unmissverständliches Zeichen dafür, dass kritische Stimmen und die direkt betroffene Bevölkerung bei dieser Veranstaltung offenbar nicht erwünscht waren“, empört sich Manuela Zech. Dass es nun bereits drei Bürgerbewegungen gäbe, unterstreicht, dass es sich nicht um vereinzelte Kritik, sondern um einen breit getragenen Widerstand in der Bevölkerung handelt. Zech kritisiert die mangelnde Transparenz, obwohl ein Informationsrecht der Bevölkerung im UVP-Verfahren verankert sei.
Die Protestierenden sprechen sich vor allem gegen den geplanten Standort im Ortsgebiet aus. Frastanz liege in einer Kessellage im Walgau, in der es häufig zu Inversionswetter komme, wodurch Schadstoffe ihrer Ansicht nach schlechter abziehen könnten. Zudem verweisen sie auf die Nähe zu Wohnhäusern, Schulen und Kindergärten und befürchten mögliche gesundheitliche Auswirkungen der Verbrennungsanlage, insbesondere für Kinder, ältere Menschen und gesundheitlich vorbelastete Personen.

Firma sieht keine Gefahr
Rondo Ganahl wiederum verweist in einer Aussendung darauf, dass der Erdgasverbrauch durch die neue Anlage um 90 Prozent sinke. Das entspreche etwa sieben Prozent des gesamten Gasverbrauchs in Vorarlberg. Die eingereichten Unterlagen zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) würden zudem zeigen, dass vom gewählten Standort keine unvertretbaren nachteiligen Auswirkungen ausgingen. Der Brennstoffbedarf im Normalbetrieb liege bei rund 82.000 Tonnen pro Jahr und damit auf dem Niveau früherer Planungen. Die beantragte Maximalmenge von 122.000 Tonnen pro Jahr diene lediglich als technische Obergrenze.
Beim Unternehmen sieht man auch keinerlei Gefährdung für das Grundwasser. Rondo Ganahl hat im Oktober 2025 den Antrag auf die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) eingereicht, das Verfahren läuft noch. Eine Entscheidung der Behörde wird frühestens Anfang 2027 erwartet. Sollte das Vorhaben genehmigt werden, rechnet das Unternehmen mit einer Bauzeit von rund zwei Jahren. Eine Inbetriebnahme wäre damit frühestens 2029 möglich. (dh/red)

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