Jugendliche fühlen sich zu wenig gehört

Jugendstudie „Lebenswelten 2025“ veröffentlicht

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    Viele Jugendliche denken, dass sie von der Politik nicht ernst genommen werden.

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Foto: unsplash

Optimistisch, demokratisch und sicherheitsliebend – all das trifft auf die Vorarlberger Jugend zu. Das belegt die neue Jugendstudie „Lebenswelten 2025“, die österreichweit durchgeführt wurde.

 

Trotz globaler Krisen und gesellschaftlicher Unsicherheiten blicken die meisten Jugendlichen in Vorarlberg optimistisch in ihre persönliche Zukunft. 46 Prozent sehen ihre eigene Zukunft völlig, weitere 43 Prozent eher positiv. Die Zukunft der Gesellschaft sieht hingegen nur ein gutes Drittel sehr oder eher zuversichtlich (34 Prozent).


Zudem hat sich das psychische und körperliche Wohlbefinden der Vorarlberger Jugendlichen in den vergangenen zehn Jahren deutlich verschlechtert. Bei der Erhebung im Jahr 2016 hatten noch fast zwei Drittel ein hohes psychisches Wohlbefinden (65 Prozent), im Jahr 2020 waren dies 58 Prozent und im Jahr 2025 nurmehr 56 Prozent. Der Anteil der Jugendlichen, die von häufigen körperlichen und psychosomatischen Beschwerden berichten, ist in den vergangenen Jahren von 3 auf 10 Prozent gestiegen.


Familie und Freunde

Jugendlichen in Vorarlberg sind gute Beziehungen (98 Prozent) und die Unterstützung von Freunden (96 Prozent) sehr oder eher wichtig. Auch eine gute Ausbildung zu absolvieren, ist nahezu allen Jugendlichen wichtig (96 Prozent). Lebensfreude (95 Prozent), Eigenverantwortlichkeit (94 Prozent), Abwechslung (90 Prozent) sowie Fleiß und Ehrgeiz (89 Prozent) sind ebenfalls für viele erstrebenswert. Bei der Frage, was die zukünftige Berufstätigkeit zufriedenstellend macht, stehen drei Aspekte klar im Vordergrund: Ein sicherer Arbeitsplatz (74 Prozent), die Vereinbarkeit von Beruf und Familie (65 Prozent) sowie genügend Freizeit (64 Prozent).

 

Schule und Demokratie 

65 Prozent der jungen Menschen haben eine positive Einstellung zur Schule. Gleichzeitig macht sich mehr als die Hälfte (55 Prozent) häufig Sorgen wegen der Schule. Weibliche Jugendliche (66 Prozent) machen sich dabei mehr Sorgen als männliche (42 Prozent). Die Schulsorgen manifestieren sich mitunter körperlich. 


Die Jugendlichen in Vorarlberg sind 2025 mit der Demokratie deutlich weniger zufrieden als zu den früheren Erhebungszeitpunkten 2016 und 2020. Waren 2016 noch 63 Prozent der Jugendlichen und 2020 67 Prozent sehr oder ziemlich zufrieden damit, wie die Demokratie in Österreich funktioniert, sind es 2025 nur mehr 45 Prozent.

 

Zu den demokratischen Grundwerten bekennt sich die große Mehrheit der Jugendlichen. So finden es 78 Prozent wichtig, Kompromisse einzugehen, 76 Prozent stimmen der Aussage zu, dass die regelmäßige Teilnahme an Wahlen eine Bürgerpflicht ist. Mehrheitlich befürworten die Jugendlichen zudem (81 Prozent), dass jüngere Menschen mehr zu sagen haben sollten. Viele glauben nicht, dass Politiker sich darum kümmern, was junge Leute denken (72 Prozent).

 

Die Studie wurde österreichweit von den 14 Pädagogischen Hochschulen durchgeführt. Es handelt es sich um eine repräsentative Onlinebefragung von Schülern der 8. bis 12. Schulstufe aller Schultypen mit Ausnahme von Sonderschulen. Die Erhebung wurde im März und April 2025 durchgeführt. Die Stichprobe umfasst in Vorarlberg Antworten von 1.427 Schülern aus 92 Klassen. Insgesamt haben rund 15.000 Schüler teilgenommen. (pd/red)