Wenn ein Kind an Krebs erkrankt

Heute ist Weltkinderkrebstag

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    Mittlerweile können etwa 80 Prozent der Kinder und Jugendlichen, die an Krebs erkranken, dauerhaft geheilt werden. 

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Foto: serezniy/Smarterpix

Am 15. Februar erinnert der Weltkinderkrebstag daran, dass die Erkrankung auch Kinder treffen kann.

In Österreich erkrankt etwa eines von rund 300 Kindern respektive Jugendlichen bis zum 20. Lebensjahr an einer Krebserkrankung. Das bedeutet jedes Jahr mehrere hundert neue Fälle. Für die Betroffenen und ihre Angehörigen bedeutet die Diagnose meist einen plötzlichen Bruch im Alltag – Therapien und Sorgen geben den Tagesablauf vor.

Kinderkrebs gilt insgesamt als selten und macht etwa ein bis zwei Prozent aller Krebserkrankungen aus, unterscheidet sich aber in Entstehung, Verlauf und Behandlung deutlich von Tumoren im Erwachsenenalter. Die häufigsten Diagnosen sind Leukämien, also bösartige Erkrankungen des blutbildenden Systems, mit rund 30 Prozent aller Fälle. Es folgen Tumoren des zentralen Nervensystems mit etwa einem Viertel der Erkrankungen sowie Lymphome, also Krebserkrankungen des Lymphsystems.

In Österreich werden Kinder mit Krebs an wenigen, hochspezialisierten kinderonkologischen Zentren betreut, etwa an Universitätskliniken und großen Schwerpunktkrankenhäusern. Dort arbeiten Kinderärzte, Onkologen, Pflege, Psychoonkologie, Physiotherapie und Sozialarbeit eng zusammen, um eine möglichst ganzheitliche Versorgung zu ermöglichen. Die Behandlung folgt internationalen Studienprotokollen, die exakt festlegen, welche Medikamente, Dosierungen und Zeitabläufe eingesetzt werden. So lassen sich Therapien kontinuierlich verbessern und gleichzeitig Nebenwirkungen besser kontrollieren.

Die klassische Behandlung stützt sich auf eine Kombination aus Chemotherapie, Operation und – je nach Tumorart – Bestrahlung. In den vergangenen Jahren hat sich das Spektrum allerdings deutlich erweitert: Zielgerichtete Medikamente greifen gezielt in bestimmte Signalwege der Tumorzellen ein und schonen gesundes Gewebe besser. Auch Immuntherapien gewinnen an Bedeutung, indem sie das körpereigene Abwehrsystem so stärken, dass es Tumorzellen erkennen und bekämpfen kann.

Viel Hoffnung weckt die   CAR‑T‑Zelltherapie: Dabei werden Abwehrzellen der Patienten im Labor gentechnisch so verändert, dass sie bestimmte Oberflächenmerkmale von Leukämiezellen erkennen und gezielt zerstören. Diese personalisierte Therapie kommt in Österreich bereits für bestimmte schwer behandelbare Leukämieformen zum Einsatz, etwa wenn Standardtherapien nicht ausreichend wirken oder Rückfälle auftreten. Neue Ansätze mit „Schalter‑Systemen“ sollen die Sicherheit weiter erhöhen, indem sich die Aktivität der Zellen besser steuern lässt.


Parallel arbeiten Forscher an weiteren immunologischen Strategien und an schonenderen Bestrahlungs‑ und Chemotherapiekonzepten. Dank dieser Fortschritte können heute rund 80 bis 85 Prozent der krebskranken Kinder und Jugendlichen langfristig geheilt werden. (red)

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