Auf einem Schwarzweißfoto lächelt eine Frau in einem weißen Hemd.

Silvia Böhler

Wie man’s macht …



Wie man‘s macht, ist es nicht recht. Das denken sich wohl derzeit Verkehrslandesrat Christof Bitschi und Christian Hillbrand, Geschäftsführer des Vorarlberger Verkehrsverbundes (VVV). Die Kritik an den neuen Tarifen für Bus und Bahn reißt seit Monaten nicht ab. Was als Vereinfachung für die Fahrgäste gedacht war, sorgt in der Praxis für ordentlich Unmut. Denn wer derzeit ohne Jahresticket unterwegs ist, muss teilweise tief in die Tasche greifen. Ein gefundenes Fressen für die Opposition: Grüne und SPÖ wettern seit Wochen gegen die Reform, die SPÖ hat sogar eine Petition dagegen gestartet.

Bitschi und der VVV bemühen sich indes, die Wogen zu glätten und mit Erklärungen, um Verständnis zu werben. Eine einzige Verkehrszone für das gesamte Land sei aus budgetären Gründen nicht möglich, sagte etwa Christian Hillbrand. Gleichzeitig räumt auch er Fehler ein, die sich erst in der Praxis gezeigt hätten. Im Herbst soll deshalb eine Evaluierung stattfinden, bei der die Verantwortlichen nun auch die Fahrgäste einbinden wollen. Eine gute Sache. Doch auch dagegen hagelt es bereits Kritik.
Lobte Grüne-Chefin Eva Hammerer jüngst noch die Bürgerbeteiligung zur Weiterentwicklung der Bürser Schlucht, kritisiert ihr Parteikollege Daniel Zadra das Mitmachen bei den Öffi-Tarifen als aufwändig inszenierten Dialog-Prozess. SPÖ-Klubobmann Mario Leiter vergleicht die Vorgehensweise mit jener zum Spitalcampus. Erst werde reformiert, dann die Kritik ignoriert und „wenn das Ganze faktisch schon gelaufen ist, stellt man eine Mitmach-Plattform auf die Füße.“

Natürlich gehört es zu den Aufgaben der Opposition, Fehlentwicklungen aufzuzeigen und Kritik zu üben. Und natürlich wäre es besser gewesen, jene Menschen, die unmittelbar von der Tarifumstellung betroffen sind, von Anfang an einzubinden. Doch wer nun die geplante Bürgerbetei-ligung schon im Vorfeld schlecht redet, obwohl sie die Möglichkeit bietet, Erfahrungen aus der Praxis aufzunehmen und Fehler zu korrigieren, macht es sich zu einfach. Insbesondere, wenn selbst keine besseren Vorschläge auf den Tisch gelegt werden. Aus einer berechtigten Kritik der Grünen und SPÖ wird damit letztlich nur ein politisch motiviertes „Meckern“. Schade.